Mittwoch, 23. Juni 2021

Tödlicher Bootsunfall am Gardasee – Münchner lehnt Alkoholtest ab

Einer der tatverdächtigen Deutschen hat nach dem tödlichen Bootsunglück auf dem Gardasee einen Alkoholtest abgelehnt. Dies sei für Unfälle auf dem Wasser nicht verpflichtend, teilte das Büro seines Anwalts der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit und bestätigte einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Ansa.

Im Bild das kleine Boot, das von 2 Münchnern in einem Motorboot gerammt worden war. 2 junge Menschen kamen dabei ums Leben.
Im Bild das kleine Boot, das von 2 Münchnern in einem Motorboot gerammt worden war. 2 junge Menschen kamen dabei ums Leben. - Foto: © ANSA / FILIPPO VENEZIA
Demzufolge habe der andere der beiden 52-jährigen Münchner einen Alkoholtest nach der Kollision machen lassen und ein negatives Ergebnis erhalten.

In der Nacht zum vergangenen Sonntag hatte nach bisherigen Erkenntnissen ein Motorboot auf dem See ein Holzboot mit einem italienischen Paar an Bord gerammt.

Am Sonntagmorgen entdeckte ein Einwohner die Leiche des 37 Jahre alten Mannes in dem Holzboot. Der Körper der 25-Jährigen Frau wurde erst Stunden später aus den Tiefen des Gardasees geborgen. Beide stammten aus der Gegend am Westufer des Sees. Die Staatsanwaltschaft ermittelt Medienberichten zufolge wegen Totschlags sowie unterlassener Hilfeleistung, weil das Motorboot nach dem Unfall nicht zum Helfen angehalten habe. Am Dienstag wurde die Autopsie an den Leichen des Paars durchgeführt. Das Ergebnis wurde noch nicht bekannt gegeben.





Tatverdächtig sind zwei Deutsche, die in dem Motorboot gesessen haben sollen. Ihrem Anwalt zufolge sind die beiden wieder zurück in München, was dessen Angaben nach rechtens ist. Sie hätten beide Bootsführerscheine und führen seit Jahren an den Gardasee, der bei deutschen Touristen sehr beliebt ist. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, man habe Kenntnis von dem Fall. Nach aktuellem Stand seien jedoch weder das Auswärtige Amt, noch das örtlich zuständige Generalkonsulat in Mailand aktiv involviert. Auch die Staatsanwaltschaft München ist nach eigenen Angaben nicht in den Fall eingebunden.

apa/stol