Die Zwillingsbrüder, die im Mai 23 Jahre alt geworden wären, kamen in der Ortschaft La Goga auf dem Gemeindegebiet von Magione ums Leben. Sie wurden von einem Stromschlag getroffen – vermutlich bei dem Versuch, eine Taube aufsteigen zu lassen, die sie für die Ringeltaubenjagd im nächsten Herbst trainierten. Es handelte sich um eine sogenannte Locktaube, die dazu dient, vorbeifliegende Ringeltauben anzulocken. Die jungen Männer hatten offenbar versucht, die Taube von den Mittelspannungsleitungen wegzuscheuchen, die in diesem Gebiet über Strommasten verlaufen.<BR /><BR />Die beiden führten bei diesem Vorhaben offenbar eine Stange mit sich, mit der sie jedoch tragischerweise die Stromkabel berührten. Sie starben gemeinsam durch den elektrischen Schlag, der ihre Körper durchfuhr und einen Herzstillstand auslöste. Ein Ereignis, das Magione seit zwei Tagen unter Schock stehen lässt. Dort ist die Familie Fierloni jedem bekannt; sie führt einen Betrieb für Heizungs- und Sanitärtechnik, in dem auch die beiden jungen Männer arbeiteten.<BR /><BR />Die tragischen Minuten werden nun rekonstruiert. Was genau geschah in jenem waldigen Gebiet? Ganz in der Nähe befindet sich eine Hütte, in der die jungen Männer ihre Tauben trainierten. Sie standen ihrem Cousin und ihrem Onkel – dem Bruder des Vaters – sehr nahe. Besonders mit dem Cousin telefonierten sie häufig – so auch kurz vor ihrem Tod.<BR /><BR />Sie hatten ihm von der Taube erzählt, die sie nicht einfangen konnten. „Wenn sie nicht zurückkommen will, lasst sie einfach“, hatte der Cousin noch gesagt, nachdem sie ihm von den Schwierigkeiten mit dem Tier berichtet hatten. Doch die Brüder versuchten offenbar trotzdem weiter, die Taube von den Mittelspannungsleitungen zu vertreiben, auf denen sie sich niedergelassen hatte. Dabei kamen sie jedoch mit besagter Metallstange mit den Leitungen in Berührung.<BR /><BR />Dies löste den Stromschlag aus. Einer der Zwillinge wurde wohl voll getroffen; der andere versuchte vermutlich noch zu helfen, wurde dabei aber ebenfalls von der Entladung erfasst. Für beide kam jede Hilfe zu spät – vor allem auch deshalb, weil niemand Zeuge des Unglücks wurde.<h3> Der Onkel entdeckte das Unglück</h3>Es war der Onkel, nicht der Vater, wie zunächst berichtet, der – alarmiert durch seinen Sohn (den Cousin von Francesco und Giacomo) – entdeckte, was geschehen war. Er begab sich in das Gebiet, in dem die jungen Männer vermutet wurden. Dabei half ihm der Umstand, dass die Freundin eines der Brüder Zugriff auf dessen Standortfreigabe am Handy hatte.<BR /><BR />Er fand die beiden leblos im Gelände. Verzweifelt setzte der Mann den Notruf ab. Es wurden noch Wiederbelebungsversuche unternommen, doch für die jungen Männer kam jede Hilfe zu spät. Zu diesem Zeitpunkt schalteten sich auch die Carabinieri ein, die nun den Hergang rekonstruieren. Sie haben die Spurensicherung durchgeführt und leiten die Ermittlungen unter der Koordination der Staatsanwaltschaft von Perugia, die ein Verfahren eröffnet hat.<BR /><BR />Der Termin für die Beerdigung von Giacomo und Francesco Fierloni steht noch nicht fest.