Indes hat die Staatsanwaltschaft gestern einen Gutachter mit der Untersuchung des Handys des Lieferwagenlenkers betraut.Der IT-Experte Nicola Chemello wurde damit beauftragt, herauszufinden, ob das Handy zum Unfallzeitpunkt benutzt wurde bzw. ob der Lenker durch dessen Gebrauch abgelenkt gewesen sein könnte. <BR /><BR />Gegenüber seinem Verteidiger Federico Fava hat der Lenker beteuert, dass dem nicht so gewesen sei: Er habe zum Zeitpunkt des Unfalls weder telefoniert noch im Netz gesurft. Vielmehr habe er das Gerät erst unmittelbar nach dem Unfall in die Hand genommen, und zwar, um den Notruf zu wählen. Wie berichtet, hatte sich das dreijährige Mädchen mit seiner Mutter bei den Bushaltestellen direkt an der Garibaldistraße aufgehalten. Wenige Meter entfernt rangierte der Kleintransporter vom Typ Iveco Daily. Das Mädchen wurde von einem Vorderrad erfasst und überrollt und erlag kurz darauf im Spital seinen lebensgefährlichen Verletzungen. Gegen den Lieferwagenlenker wird wegen Verdacht auf fahrlässige Tötung im Straßenverkehr („omicidio stradale“) ermittelt. <BR /><BR />Gegen das Vorhaben der Staatsanwaltschaft, dem Ingenieur Nicola Dinon die Rekonstruktion des Unfallhergangs zu übertragen, äußerte Rechtsanwalt Fava gestern Bedenken: Der Fall sei zu tragisch und zu heikel, um nur im Rahmen eines Parteiengutachtens untersucht zu werden. Er beantragte deshalb ein Beweissicherungsverfahren, bei dem ein vom U-Richter ernannter Amtssachverständiger die Rekonstruktion vornehmen wird und zu dem die Gutachter aller Parteien – Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Nebenkläger – Stellung beziehen bzw. ihre eigenen Schlüsse darlegen können. Dieser Weg wird nun beschritten.