Freitag, 04. September 2020

Tödlicher Zeckenstich im Pustertal

Nicht nur im Überetsch und Unterland lauern Zecken, die die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen: Ein etwa 80-jähriger Mann aus dem Gemeindegebiet von Bruneck soll vor etwa einem Monat an FSME gestorben sein. Der Mann war angeblich nicht außerhalb von Südtirol unterwegs gewesen und dürfte in unmittelbarer Nähe seiner Wohnung oder jedenfalls im Pustertal von einer Zecke gestochen worden sein.

Der Gemeine Holzbock kann FSME-Viren übertragen. Solche Viren wurden nun einem Mann im Pustertal zum Verhängnis.
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Der Gemeine Holzbock kann FSME-Viren übertragen. Solche Viren wurden nun einem Mann im Pustertal zum Verhängnis. - Foto: © shutterstock
Es soll sich um den ersten FSME-Toten im Pustertal handeln. An FSME starben bisher nur sehr wenige Menschen in Südtirol: 2016 gab es unter den 14 Erkrankten ein Todesopfer.

Der Sanitätsbetrieb plant nun Maßnahmen, um die Bürger für die Impfung gegen FSME zu sensibilisieren. Ins Auge gefasst wird eine Kampagne. Dass es auch im Pustertal zu FSME-Fällen kommen würde, ist von Hygieneärzten bereits erwartet worden: Denn auch in Lienz und in Belluno lauern FSME-Zecken.

FSME-Viruserkrankung nicht leicht zu erkennen

Dieser Todesfall ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich die mit FSME infizierten Zecken immer weiter in Südtirol ausbreiten – möglicherweise auch wegen des Klimawandels. Eine FSME-Viruserkrankung ist nicht leicht zu erkennen, berichten Hygieneärzte. Bei FSME kann es zur Entzündung des Gehirns, des Rückenmarks und der Hirnhäute kommen.

Dabei ähneln die Symptome zunächst einer Sommergrippe: Kopf- und Gliederschmerzen können auftreten. Dann klingt die Krankheit womöglich ab, aber etwa nach einer Woche kann es dann zu einem zweiten Fiebergipfel kommen. Auch Zeichen der Gehirn- und Hirnhautbeteiligung treten dann auf: Kopfschmerzen und Erbrechen. Bei einer Meningoenzephalitis kann es zu schweren Bewusstseinsstörungen und Lähmungen bis hin zur Atemlähmung kommen. Kinder und Jugendliche haben in der Regel eine bessere Prognose als Erwachsene.

Noch nie so viele FSME-Fälle

Wie ORF Tirol kürzlich auf seiner Online-Seite berichtete, müssen heuer in Innsbruck besonders viele Patienten mit einer FSME-Erkrankung nach einem Zeckenstich auf der Neuro-Intensivstation behandelt werden. Todesopfer gab es heuer im Bundesland Tirol bisher laut Klinik aber keines. Die Zahl der schweren Fälle sei jedoch besonders hoch, berichtete Dr. Bettina Pfausler, die Leiterin der Neuro-Intensivstation an der Klinik Innsbruck. In ihren 35 Berufsjahren seien noch nie so viele FSME-Fälle an der Klinik behandelt worden. „Wir haben jetzt den 23. Patienten mit FSME aufgenommen. Darunter sind einige Patienten, die jetzt schon lange Zeit auf der Intensivstation liegen“, meinte Pfausler laut ORF Tirol.

Wie Sie sich im Falle eines Zeckenbisses verhalten müssen und alles Wissenswerte zum Thema Zecken in Südtirol finden Sie im Video.

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hof