Donnerstag, 22. Juni 2017

Tornado in Hamburg - Deutsche Bahn stellt Verkehr ein

Sturm über Norddeutschland: Fern- und Regionalzüge rollen nicht mehr. In Hamburg haben Wetterexperten einen Tornado beobachtet.

Unwetter wüten über Hamburg. - Foto. AH
Unwetter wüten über Hamburg. - Foto. AH

Explosive Mischung am Himmel: In Hamburg hat es am Donnerstag einen Tornado gegeben. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete, Meteorologen der Luftfahrtberatung hätten den typischen „Luftschlauch“ um 11.37 Uhr etwa zehn Kilometer vom Flughafen entfernt gesichtet. Der DWD-Tornado-Beauftragte Andreas Friedrich sagte, es habe sich allerdings um einen schwachen und nur kurzlebigen Tornado von wenigen Minuten gehandelt. 

Wegen des heftigen Unwetters stellte die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben den Verkehr zwischen Hannover, Hamburg, Kiel und Bremen ein. Das regionale Bahnunternehmen Metronom teilte mit, durch das starke Unwetter und dadurch umgestürzte Bäume seien Strecken kaum oder nur mit großen Einschränkungen zu befahren. Betroffen seien die Linien von Uelzen, Bremen und Cuxhaven nach Hamburg. Züge könnten gar nicht mehr oder nur mit großen Verspätungen fahren.

Für den Norden und Osten Deutschlands müsse am Donnerstag mit der Möglichkeit von vereinzelten Tornados gerechnet werden, sagte Friedrich. Die „sehr explosiven Voraussetzungen“ für das in Deutschland seltene Unwetterereignis lägen durchaus vor.

Der beobachtete Tornado hat im Kreis Harburg südlich von Hamburg nach Angaben der Feuerwehr große Verwüstung hinterlassen. Verletzte habe es aber nach bisherigem Stand nicht gegeben, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Köhlbrandt am Donnerstag. Dächer seien abgedeckt worden, Bäume umgeknickt. In der Gemeinde Fliegenberg sei eine Schafherde mit 20 bis 30 Tieren unter umgestürzten Bäumen begraben worden, zahlreiche Tiere seien verendet. „Die Spuren sprechen ein deutliches Bild hier. Das war ein Tornado-Ereignis“, sagte der Feuerwehrmann. Die Helfer seien zu 250 Einsätzen ausgerückt.

dpa

stol