Montag, 28. Juni 2021

Tornados auch in Südtirol möglich?

Die Schreckensbilder vom Tornado in Tschechien vergangene Woche gingen um die Welt. Mehrere Menschen starben. Ob so etwas auch in Südtirol passieren kann? Landesmeteorologe Dieter Peterlin klärt auf.

Bilder aus Tschechien, wo am vergangenen Donnerstag durch einen Tornado mehrere Menschen starben.
Badge Local
Bilder aus Tschechien, wo am vergangenen Donnerstag durch einen Tornado mehrere Menschen starben. - Foto: © APA/afp / MICHAL CIZEK
Das schwere Unwetter bzw. der Tornado vom Donnerstagabend hatte in Tschechien 6 Menschen getötet, darunter auch ein 2 Jahre altes Kind, mehr als 200 Menschen wurden verletzt.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen




Ist dieses zerstörerische Wetter-Ereignis eine Folge des Klimawandels oder wie kann man es sonst erklären? Wie Landesmeteorologe Dieter Peterlin sagt, könne man durch solche extreme Einzelereignisse wie dieses zwar nicht unmittelbar auf den Klimawandel schließen, allerdings sei dies ein weiteres Puzzlestück, welches sich in eine ganze Serie einfügt.

Durch das Gesamtbild, also durch langjährige Beobachtungen, erkenne man mittlerweile schon einen Trend, der auf immer stärkere und häufigere Unwetterereignisse hindeutet. Erklären könne man dies, dass in einer zunehmend warmen und feuchten Atmosphäre mehr Energie steckt, die sich dann umso heftiger entladen kann.

Tornados seien in Europa gar nicht so selten, auch in der Poebene gäbe es fast jedes Jahr ein oder mehrere Tornados, so Peterlin. Glücklicherweise fallen diese aber selten so heftig aus wie jener in Tschechien.

Tornados in Südtirol

Wir in Südtirol sind laut Peterlin dank unserer Position inmitten der Alpen etwas von solchen Extremereignisse geschützt. Hierzulande, gibt es zwar viele Gewitter, aber selten so große Gewitterzellen (sog. Superzellen), aus denen Tornados entstehen können.

Selten heiße aber nicht nie. „Aufgrund von Augenzeugenberichten und der Schadensmeldungen kann man davon ausgehen, dass es am 03. August 1988 in Gröden einen Tornado gegeben hat“, sagt der Experte.

Wie ein Tornado entsteht

Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden entstehen. Sie erreichen im Extremfall Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert Stundenkilometern, bringen es in der Regel aber auf Tempo 120 in den Böen. Den im Volksmund gebräuchlichen Begriff „Windhose“ benutzen Meteorologen selten, weil er das meist folgenreiche Wetterphänomen ihrer Ansicht nach verniedlicht.




Tornados können aufgrund ihres zum Teil sekundenschnellen Entstehens oft nicht vorausgesagt werden. Ein Tornado bildet sich nach Angaben von Experten nur unter bestimmten Konstellationen. Wichtige „Zutaten“ sind: große Wolken, Gewitter und unterschiedliche Windrichtungen in verschiedenen Höhen. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und als „Rüssel“ sichtbar wird.

vs/apa