Donnerstag, 28. April 2022

Tote durch russischen Beschuss in Region Charkiw

Durch Beschuss sind in der Region Charkiw ukrainischen Angaben zufolge mindestens drei Menschen getötet und sechs verletzt worden. Die örtliche Verwaltung machte in der Nacht auf Donnerstag Russland für die zivilen Opfer verantwortlich. Zwei der sechs Verwundeten seien schwer verletzt, teilte der regionale Militärchef Oleg Synegubow mit. Das russische Militär habe Artillerie und Mörser eingesetzt. Die ukrainische Armee halte die Stellung und füge dem „Feind“ Verluste zu.

Die Zerstörungen in der Ukraine sind mittlerweile enorm. - Foto: © APA/AFP / BULENT KILIC

Mehrere Russen seien gefangen genommen worden, hieß es. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden. Präsident Wolodymyr Selenskyj würdigte unterdessen die pro-ukrainische Protestkundgebung im eroberten Cherson, die nach Angaben des ukrainischen Generalstaatsanwalts von russischen Kräften mit Tränengas und Blendgranaten aufgelöst wurde.

„Allen dankbar, die nicht aufgeben“

„Ich bin allen dankbar, die nicht aufgegeben haben, die protestieren, die die Besatzer ignorieren und den wenigen Menschen, die zu Kollaborateuren geworden sind, zeigen, dass es für sie keine Zukunft gibt“, so Selenskyj.


Kurz nach seiner Ansprache meldete die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Ukraine habe am Mittwochabend drei Raketen auf den Südteil der Stadt abgefeuert, zwei davon seien von russischen Besatzungstruppen abgeschossen worden. Ein RIA-Korrespondent vor Ort hatte zuvor von einer Serie schwerer Explosionen in der Nähe des Fernsehzentrums berichtet.


In der Region Sumy berichtete die lokale Verwaltung über mehr als 50 Einschüsse von Mörsern. Von Opfern sei nichts bekannt, so ein Behördensprecher. Auch aus Mykolajiw wurden Angriffe gemeldet. In der Nähe von Odessa schoss die Luftabwehr eine russische Spionagedrohne über dem Schwarzen Meer ab, wie die ukrainische Armee mitteilte.

„Extrem schwierige Wochen“

Der Ukraine stehen nach Worten von Verteidigungsminister Oleksij Resnikow „extrem schwierige Wochen“ bevor. Russland habe Truppen für eine „großangelegte Offensive im Osten der Ukraine“ zusammengezogen und werde „versuchen, so viel Leid wie möglich zuzufügen“, postete Resnikow auf Facebook.


Mehr als 2 Monate nach dem Beginn des Angriffskrieges hat die russische Armee zuletzt ihre Angriffe im Osten und Süden der Ukraine verstärkt. Kiew räumte ein, dass die russischen Streitkräfte im Osten vorgerückt seien und mehrere Dörfer im Donbass eroberten hätten.

Wie lange wird dieser Krieg noch dauern und warum hat Wladimir Putin in Russland sogar noch an Zustimmung gewonnen? Das lesen Sie im STOL-Interview mit dem Ostblock-Experten Gerhard Mangott.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.

apa

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