Montag, 07. Oktober 2019

Tourist verirrt sich am Tschigat: Nachteinsatz bei Nebel und Schnee

Die ganze Nacht lang haben Bergretter des Burggrafenamts bei Schnee, Nebel und Regen einen Touristen aus Deutschland am Tschigat gesucht: Der Mann hatte sich auf rund 2900 Metern Höhe verirrt. Am Montagmorgen konnte er schließlich gerettet werden.

Bei Schnee und Regen mussten die Bergretter nach dem Touristen suchen.
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Bei Schnee und Regen mussten die Bergretter nach dem Touristen suchen. - Foto: © BRD Meran

Der 51-jährige Mann aus Deutschland war von den Eishöfen im Pfossental aufgebrochen und wollte über die Johannesscharte, Lodnerhütte, Tschigat bis zur Oberkaser Alm bei den Spronserseen gelangen. Auf rund 2800 Höhenmetern in der Nähe des Tschigat verirrte er sich jedoch und kam im unwegsamen Gelände nicht mehr weiter.

Daraufhin gab er seiner Frau in Stuttgart seine Koordinaten weiter, diese alarmierte anschließend die Einheitliche Notrufnummer 112.

Ein erster Nachtsuchflug des Rettungshubschraubers Pelikan 2 musste aufgrund der schlechten Witterung abgebrochen werden, weshalb sich rund 30 Mitglieder der Bergrettungen von Meran, Lana und Pfelders von verschiedenen Punkten aus zu Fuß aufmachten, nach dem Mann zu suchen.

Regen, Nebel und Schnee machten die Suche schwierig, auch weil die Koordinaten in Gipfelnähe nicht eindeutig waren.

So mussten mehrere Einsatzkräfte noch in der Nacht wieder absteigen, andere verbrachten die Nacht am Berg und suchten hin und wieder Unterschlupf auf nahegelegenen Hütten und ähnlichem.



Bei einem erneuten Suchflug des Rettungshubschraubers Pelikan 1 am Montagmorgen konnte der 51-jährige Tourist schließlich gegen 7.45 Uhr durch Lichtsignale auf einem Vorgipfel des Tschigat auf 2960 Metern gesichtet werden.

Er hatte die Nacht in rund 30 Zentimetern Neuschnee verbracht. Um wach zu bleiben, hatte er alle 15 Minuten einen Wecker aktiviert, außerdem achtete er darauf, in Bewegung zu bleiben.

Der Bundesdeutsche wurde vom Team des Pelikan 1 und einem Bergretter mittels Seilwinde geborgen und mit einer leichten Unterkühlung sowie einer Verletzung an der Hand nach Partschins geflogen werden. Von dort aus wurde er vom Weißen Kreuz ins Krankenhaus von Meran gebracht.

Anschließend wurden auch die restlichen Bergretter vom Berg geholt und zu Tal geflogen.

Erst am Donnerstag vergangener Woche musste ein italienischer Bergsteiger geborgen werden, der sich verirrt hatte und nicht mehr selbstständig absteigen konnte (STOL hat berichtet).

Und auch am Freitag musste ein Tourist aus Deutschland im Gebiet Obereggen/Latemar mit dem Hubschrauber geborgen werden. Hier hatte der abgestürzte Mann seine Tochter verständigt, die anschließend ebenfalls von Deutschland aus den Notruf absetzte (STOL hat berichtet).

liz