Dienstag, 27. Juni 2017

Touristen am Schlern von Blitz überrascht: Ins Spital geflogen

Glück im Unglück hatte ein Touristenpaar am Dienstagvormittag bei seinem Ausflug zum Schlernhaus, als in der Nähe ein Blitz einschlug.

Blitzeinschlag am Schlern. Symbolbild von Stefan Romen.
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Blitzeinschlag am Schlern. Symbolbild von Stefan Romen.

Sie waren auf dem Weg zum Schlenhaus (2457 m), als es zum Vorfall kam. Die beiden deutschen Urlauber wurden ca. 500 Meter von der Hütte entfernt von einem Gewitter überrascht. Als dann noch in ihrer Nähe ein Blitz einschlug, war der Schrecken perfekt. 

Der Rettungshubschrauber Aiut Alpin wurde gegen 11 Uhr alarmiert. 

Die beiden Touristen, sie 1973, er 1972 geboren, wurden an Bord genommen und ins Bozner Krankenhaus geflogen. Die Frau hatte sich keine Verletzungen zugezogen. Der Mann verspürte wohl durch die elektrostatische Entladung ein Kitzeln im Daumen. 

Im Krankenhaus wird zur Sicherheit eine kardiologische Untersuchung vorgenommen.

So entstehen Blitze

In der Blitzphysik gibt es immer noch zahlreiche offene Fragen. Notwendig ist ein sehr großer Temperaturunterschied zwischen bodennahen und höheren Luftschichten, dann können mächtige Gewitterwolken entstehen, die in Mitteleuropa Höhen von zwölf Kilometern und mehr erreichen. In diesen Wolken toben mächtige Auf- und Abwinde, mit Geschwindigkeiten von rund 100 bis 150 km/h. Diese Winde schleudern Wassertropfen, Eiskristalle und Hagelkörner durch die Wolke.
Dabei kommt es zu elektrostatischer Aufladung, ähnlich wie beim Reiben eines Luftballons an Stoff, erläuterten die Experten.

Im oberen Bereich der Gewitterwolke (rund acht bis zwölf Kilometer) sammeln sich bevorzugt positiv geladenen Teilchen, in den unteren Bereichen (ca. drei bis sechs Kilometer) bevorzugt negative Teilchen. Warum das so ist, ist immer noch nicht völlig geklärt, berichteten die Blitz-Experten.
Erreicht der Unterschied zwischen Plus- und Minus-Bereich dann eine bestimmte Größe, kommt es zu einem großen elektrischen Funken: dem Blitz. Je nach Ladungsausgleich handelt es sich um einen Wolke-Wolke- oder einen Wolke-Erde-Blitz.

Der Strom im Blitzkanal heizt die Luft schlagartig auf rund 30.000 Grad Celsius auf. Da heiße Luft mehr Raum benötigt als kühle Luft, entsteht ein extremer Überdruck. Bildlich gesprochen „zerreißt“ die Hitze die Luft und verursacht einen Knall. Dieser Überdruck (Knall) breitet sich als Druckwelle in alle Richtungen rund um den Blitzkanal aus. 

stol/ker

stol