Montag, 24. Februar 2020

Touristen stornieren Südtirol-Urlaub

Die Corona-Fälle in Italien wirken sich bereits negativ auf den Tourismus in Südtirol aus: Von „Stornierungen im Minutentakt“ wurde Tourismuslandesrat Arnold Schuler am Sonntag berichtet.

Werden gar einige Hotelbetten in Südtirol aufgrund des Coronavirus leer bleiben?
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Werden gar einige Hotelbetten in Südtirol aufgrund des Coronavirus leer bleiben? - Foto: © shutterstock
Grund dafür sei, dass die „Bild“-Zeitung mit der Schlagzeile „Italien riegelt ganze Städte ab“ die deutschen Urlauber verunsichere. „Alle sind nervös“ , sagt Schuler. HGV-Präsident Manfred Pinzger weiß von Buchungs-Stornierungen im Raum Bruneck, Gröden und Hochabtei.

Man sollte die Situation nüchtern betrachten, sagt Pinzger. Alarmstimmung sollte vermieden werden. „Es ist verständlich, dass unsere Gäste nach den Corona-Fällen, die in Venetien und in der Lombardei aufgetreten sind, verunsichert sind.“ Nach wir vor hoffe man aber das Beste. Die Stornierungen würden sich derzeit „noch in einem bestimmten Rahmen“ bewegen, meint Pinzger. Von Katastrophenstimmung könne noch keine Rede sein.

Die Vorsitzende der Südtiroler Ärzte- und Zahnärztekammer, Dr. Monica Oberrauch, hatte laut einem Bericht der Sonntagszeitung „Zett“ die Gefahr als „sehr hoch“ eingeschätzt, dass das Virus auch in Südtirol auftreten werde. „Ich rufe zur Besonnenheit auf“, betont Pinzger.

Natürlich seien Venetien und die Lombardei nicht weit entfernt von Südtirol. „Man sollte jetzt aber nicht völlig negativ loslegen. Wir haben noch eine ruhige Situation in Südtirol. Verdachtsfälle haben sich nicht bestätigt. Wir sollten nicht die Bevölkerung nervös machen.“

In den Tourismusbetrieben gebe es bereits Diskussionen darüber, wie sich die Mitarbeiter verhalten sollen beim Bedienen von asiatischen Gästen. „Es gibt da Unklarheiten und Zweifel“, berichtet Pinzger. Das Personal sei besorgt wegen einer etwaigen Ansteckungsgefahr. Nun werde man abwarten, was beim „Krisengipfel“ beim Regierungskommissariat am Dienstag entschieden werde. „Auch die Anweisungen aus Rom werden wir bewerten“, sagt der HGV-Präsident.

Danach werde man in Zusammenarbeit mit der IDM sowie dem Gesundheits- und dem Tourismusassessorat entsprechende Vorkehrungen treffen. Die Tourismusbetriebe würden dann darüber informiert, wie man sich in Anbetracht der Corona-Gefahr am besten verhalte – etwa in punkto Hygiene. Pinzger kündigt für spätestens den Dienstag eine Newsletter an die Tourismusbetriebe an.

Landesrat Schuler hofft, dass sich die Stornierungen in Grenzen halten werden. „Zurzeit stehen aber die menschliche Gesundheit und die Sicherheit im Vordergrund und die Maßnahmen, die getroffen werden müssen“, betont der Landesrat. In anderen Regionen wurden nicht nur Fußballspiele abgesagt, sondern auch andere Großveranstaltungen wie Karnevalsfeste und sogar Gottesdienste. „Natürlich braucht es Vorsichtsmaßnahmen – aber man darf auch nicht übertreiben“, sagt Schuler. „Es braucht eine fachliche wissenschaftliche Einschätzung, auf der dann die Entscheidungen basieren, was genau zu tun ist“, so der Landesrat.

hof