Das Gasthaus „Weißes Rössl“ in Gries am Brenner ist ein Wirtshaus mit einer langen Tradition. Über die Jahrhunderte hat es unzählige Reisende beherbergt, die den Brennerpass überquerten. Der Gasthof direkt an der Brennerstraße in Gries am Brenner ist seit 1455 urkundlich als Gaststätte nachweisbar. <BR /><BR />In der Nacht auf den 11. Mai des vergangenen Jahres ist im „Weißen Rössl“ ein verheerender Brand ausgebrochen. Es wurde zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als Gaststätte geführt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1054404_image" /></div> <BR />Die Flammen wüteten vor allem im Dachstuhl, der dadurch komplett zerstört wurde. 13 Bewohner mussten aus dem brennenden Gebäude evakuiert werden.<h3> Baujuwel droht zu verfallen</h3>Seitdem ist die wertvolle Bausubstanz mit ihrem spätgotischen Gewölbe und den getäfelten Stuben schutzlos der Witterung ausgesetzt: Das Dach wurde bislang nämlich nicht einmal notdürftig abgedeckt. <BR /><BR />Seitdem konnten ungehindert Regen, Schnee und Frost in den jahrhundertealten Bau eindringen. Die Niederschläge haben dem Gebäude schon arg zugesetzt.<h3> Notdach: Denkmalamt vor Gericht abgeblitzt</h3>Wie der ORF Tirol berichtet, habe das Denkmalamt den Dialog mit dem Besitzer gesucht, man sei jedoch zu keiner Lösung gekommen. Das Denkmalamt hat daraufhin juristische Schritte eingeleitet, um die Anbringung eines Notdachs zu erwirken. Dagegen hat der Eigentümer, ein Grieser Unternehmer, Rechtsmittel eingelegt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1054407_image" /></div> <BR />Wie die „Kronen Zeitung“ berichtet, hat das Landesverwaltungsgericht Innsbruck dem Denkmalamt nun eine Absage erteilt. Laut „Kronen Zeitung“ argumentierte das Gericht, dass nur Sicherungsmaßnahmen aufgetragen werden könnten, die keine oder nur geringe Kosten verursachten. Das Denkmalamt prüfe nun weitere Schritte.<h3> <h3> Antrag des Eigentümers: Denkmalschutz aufheben </h3></h3>Der Eigentümer hat seinerseits die Aufhebung des Denkmalschutzes für das Gebäude beantragt. Darüber muss das Bundesdenkmalamt in Wien befinden. <h3> „Totalbankrott des Denkmalschutzes“</h3>Für den Erhalt des Gebäudes setzt sich neben Bürgerinnen und Bürgern auch die Initiative Denkmalschutz ein. Sie spart nicht mit Kritik und spricht von einem „kompletten Behördenversagen“ und einem „Totalbankrott des Denkmalschutzes in Gries“.<h3> Wertvolle Stuben, Malereien und spätgotische Gewölbe</h3>Zu den Besonderheiten des denkmalgeschützten Baus gehören die langgezogene Straßenfassade mit den 5 Erkern. An der Fassade sind Malereien von Max Spielmann von 1957 zu sehen.<BR /><BR />Im Inneren finden sich eine bedeutende getäfelte Stube von 1927 und ein Deckenbild Mariä Verkündigung aus dem 18. Jahrhundert. Im 1950 errichteten Speisesaal befindet sich eine große Ritztafel von Paul Flora von 1955. Der Erdgeschossflur hat ein spätgotisches Gewölbe.