Rettungskräfte haben die Lagune bis zum Einbruch der Dunkelheit abgesucht. Am Montag sollen die Sucharbeiten mit Tauchern und einem Hubschrauber fortgesetzt werden. Das Paar hatte erst vor drei Monaten geheiratet.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1359249_image" /></div> <BR /><BR />Die Tragödie des jungen Ehepaares begann am frühen Sonntagmorgen, kurz vor sechs Uhr. Michieli und Querino waren mit einem kleinen Fischerboot von Burano aufgebrochen. Vor der Insel Tessera, nur wenige Kilometer vom Flughafen Venedig entfernt, kollidierte ihr Boot mit einem Wassertaxi. Seitdem fehlt von der 26-Jährigen jede Spur. Für Michieli hatten die Ärzte bereits am Sonntagnachmittag kaum noch Hoffnung. <BR /><BR />Die Untersuchungen zur Feststellung seines Todes begannen am Nachmittag und wurden nach dem vorgeschriebenen Zeitraum von sechs Stunden abgeschlossen. Nach 21 Uhr stand fest: Der junge Mann hatte den Zusammenstoß nicht überlebt. Lange war nicht einmal sicher, ob sich beide an Bord des Fischerbootes befunden hatten. Angehörige von Michieli berichten jedoch, dass die beiden auf dem Wasser nahezu unzertrennlich gewesen seien. Die Leidenschaft für die Fischerei hatte der junge Mann von seiner Familie übernommen - und seine Frau damit angesteckt.<BR /><BR />Am Samstagabend gelang es Feuerwehrleuten, das zerstörte kleine Boot aus der Lagune zu bergen. Dabei fanden die Carabinieri Hinweise, die nach ihren bisherigen Erkenntnissen dafür sprechen, dass auch Querino an Bord war. Seitdem konzentriert sich die Suche auf die Gewässer rund um die Unfallstelle. Doch die Lagune macht es den Einsatzkräften schwer. Das Wasser ist trüb, die Sicht unter der Oberfläche extrem schlecht. Selbst auf wenige Meter Entfernung können sich Taucher nur schwer orientieren. Dazu verändern Ebbe und Flut ständig die Bedingungen. Feuerwehr und Carabinieri setzten Taucher, einen Hubschrauber und mehrere Boote ein. Mit dem Sonnenuntergang mussten die Sucharbeiten zunächst beendet werden. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1359252_image" /></div> <BR /><BR />Am Montag sollen die Taucher erneut ins Wasser gehen, unterstützt von einem Hubschrauber. Wie schwierig die Suche in der venezianischen Lagune sein kann, zeigt ein Fall aus dem vergangenen Jahr. Damals wurde vor Punta Sabbioni das kleine Boot eines Fischers entdeckt. Die Suche nach dem Mann blieb erfolglos und wurde über Wochen fortgesetzt.<BR /><BR />Während die Rettungskräfte nach der Vermissten suchen, versucht die Staatsanwaltschaft von Venedig, den Unfallhergang zu rekonstruieren. <BR />Sie hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach dem Tod von Michieli wird auch wegen des Verdachts auf das sogenannte nautische Tötungsdelikt ermittelt. Die Rekonstruktion des Zusammenstoßes dürfte schwierig werden. Der Unfall ereignete sich vor Sonnenaufgang, bei Dunkelheit und Nebel. <h3> Keine Kameraaufnahmen</h3>Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es nur einen direkten Augenzeugen: den Fahrer des Wassertaxis. Kameras, die den Unfall aufgezeichnet haben könnten, gibt es an der Stelle nicht. Damit fehlen wichtige Anhaltspunkte für die Frage, wie die beiden Boote aufeinandertrafen, wer welche Route nahm und ob möglicherweise zu spät reagiert wurde. Die Ermittler müssen nun die Aussagen des Taxifahrers mit den Spuren am geborgenen Boot und den weiteren Erkenntnissen aus der Unfallaufnahme abgleichen. Erst danach lässt sich klären, ob und wem eine Verantwortung für die Kollision zugeschrieben werden kann. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1359255_image" /></div> <BR /><BR />Für die Familie Michieli bekommt der Unfall eine besonders grausame Dimension. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Angehöriger in den Gewässern vor Venedig ums Leben kommt.<BR /><BR />2007 starb sein Onkel Endrius. Er war gerade einmal 19 Jahre alt, als sein kleines Boot nahe den Fondamente Nove mit einer Tanker-Barkasse kollidierte, die Treibstoff transportierte. Der Unfall ereignete sich vor der Friedhofsinsel San Michele - während eines heftigen Unwetters mit starken Windböen. Neunzehn Jahre später hat die Lagune erneut eine junge Familie getroffen.