Derzeit wird nach seinen Angehörigen gesucht.<BR /><BR />Die Straßenbahn der Linie 9 war am Freitag in der Via Vittorio Veneto entgleist und gegen ein Gebäude geprallt. Zunächst war berichtet worden, dass Karim Tourè zu den Opfern zähle. Laut Staatsanwaltschaft handelte es sich jedoch um eine Verwechslung. Unbestätigten Angaben zufolge liegt Tourè schwer verletzt im Krankenhaus.<BR />Als erstes Todesopfer war der lombardische Unternehmer Ferdinando Favia identifiziert worden, der an einer Kreuzung von der Straßenbahn erfasst wurde.<BR /><BR />Die Ermittlungen dauern an. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit mehrere mögliche Ursachen für das Unglück, insbesondere, ob der Fahrer möglicherweise einen Schwächeanfall erlitten hatte und ob das automatische Sicherheitssystem der Straßenbahn ordnungsgemäß ausgelöst wurde. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft auch Ermittlungen gegen den Tramfahrer eingeleitet. Ihm wird fahrlässige Tötung und schwere Körperverletzungen vorgeworfen. Der 60-jährige Fahrer, der in 35 Jahren Berufstätigkeit noch nie in einen Unfall verwickelt war, gab laut Berichten vom Montag an, nach einem Schwächeanfall die Kontrolle über die Straßenbahn nach einer scharfen Kurve verloren zu haben.<BR /><BR />Die Ermittler prüfen außerdem, warum das automatische Notbremssystem nicht ausgelöst und den Unfall verhindert hat. Vor dem Unglück soll der Fahrer eine Haltestelle missachtet haben. Das Fahrzeug entgleiste bei hoher Geschwindigkeit und prallte gegen ein Gebäude mit einem Restaurant. Der Fahrer wurde im Rahmen der Ermittlungen von der Stadtpolizei und der Staatsanwaltschaft Mailand angehört. Er wurde einem Drogen- und Alkoholtest unterzogen, der negativ ausfiel. <BR /> Die Mailänder Nahverkehrsgesellschaft ATM Milano hat inzwischen beschlossen, alle Personen, die in den Unfall der Straßenbahnlinie 9 verwickelt waren, mit einer ersten finanziellen Entschädigung zu unterstützen. Das Unternehmen wird zunächst einen Betrag von 5.000 Euro pro Person an die vom Unfall Betroffenen auszahlen. Die an die Betroffenen ausgezahlte Summe soll je nach individueller Situation später angepasst werden.<BR /><BR />ATM hatte unmittelbar nach der Tragödie sein Beileid mit Mitteilungen sowie mit zwei Blumensträußen am Unfallort zum Ausdruck gebracht und steht den Ermittlungsbehörden zur Verfügung, um die genauen Abläufe des Geschehens aufzuklären. Das Verkehrsunternehmen bemüht sich derzeit, alle in den Unfall verwickelten Personen zu kontaktieren, und wird sich auch um jene kümmern, die infolge des Aufpralls der Straßenbahn auf ein Gebäude vorübergehend nicht in ihre Wohnungen zurückkehren können.