Im Interview erklärt er, welche Organe besonders gebraucht werden und wie es in Zukunft dank Tierorganen besser werden könnte. <BR /><BR /><b>Herr de Paola, Organe sind überall knapp. Bei welchen ist die Nachfrage besonders hoch?</b><BR />De Paola: An erster Stelle stehen Nieren, gefolgt von Herzen und Lebern.<BR /><BR /><b>Kein Zufall also, dass kürzlich zum ersten Mal Schweineherzen und -nieren transplantiert wurden ...</b><BR />De Paola: Diese Möglichkeit, Tierorgane in Menschen zu transplantieren, ist ein riesiger Schritt. Es muss jetzt noch besser getestet werden, aber ich glaube, dass es in Zukunft durchaus möglich ist, Tierorgane zu verwenden. Auch die künstliche Herstellung von Organen im Labor macht Hoffnung. In den vergangenen Jahren hat sich in diesem Bereich immens viel getan.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1011000_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Bis es so weit ist, bleibt man auf Spender angewiesen. Wie viele gibt es in Südtirol?</b><BR />De Paola: Wir haben in Südtirol knapp 18.000 Organspender. Dazu kommen noch andere, die nicht bei uns eingetragen sind. Damit ist Südtirol italienweit ganz vorne mit dabei.<BR /><BR /><b>Trotzdem bleiben es zu wenige. </b><BR />De Paola: Ja, wir als AIDO versuchen die Menschen aufzuklären und sie für das Thema zu sensibilisieren. Vor allem bei jungen Leuten ist das Interesse aber kleiner geworden. Wir gehen deswegen an Schulen oder auf Messen, um junge Menschen zu informieren. Viele kommen dann begeistert zu uns. Ich möchte trotzdem betonen, dass wir keinen dazu drängen: Jeder kommt freiwillig zu uns. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-64035789_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Wie viele Organe werden in Südtirol jährlich gespendet?</b><BR />De Paola: In Südtirol gibt es rund 250 Menschen, die jährlich ein Organ brauchen. Wie viele ein solches bekommen, ist unklar. Vermutlich bekommen rund 50 Prozent von ihnen noch im selben Jahr ein Organ. Unsere Patienten stehen auf 2 Listen: einer italienischen und einer im Ausland. Sobald auf einer der beiden ein Organ frei wird, wird es transplantiert. Die Operation selbst findet nicht in Südtirol statt, sondern zum Beispiel in Innsbruck, Padua oder Mailand.<BR /><BR /><b>Mit der Transplantation ist es aber noch nicht getan ...</b><BR />De Paola: Wer ein Organ bekommt, hat großes Glück. Nach der Operation muss man aber zusehen, dass der Körper das Organ nicht abstößt. Dazu sind sehr teure Medikamente aus den Vereinigten Staaten notwendig. Unser Sanitätssystem kommt für alle Kosten auf. Ansonsten würde eine Transplantation wohl Millionen kosten. Man muss nämlich bedenken, dass gewisse Medikamente 20.000 Euro im Monat kosten.<BR /><BR /><b>Also gibt es in Südtirol nichts zu bemängeln?</b><BR />De Paola: In Südtirol läuft es wirklich perfekt – die Behandlung ist erste Klasse. Um diese aber weiter zu verbessern, wollen wir in Zukunft die neue Medizin-Fakultät in Bozen mit einbinden.<BR />