„Josef Perkmann gehörte zu jener Generation, die in bewegten Zeiten Verantwortung übernahm und gesellschaftliche Brücken schlug. 1973 trat er – unterstützt von Marco Garau – als einer der ersten deutschsprachigen Gewerkschafter der CGIL bei“, heißt es in einem Nachruf des AGB/CGIL. <BR /><BR />„Es gelang ihm innerhalb weniger Jahre, die Organisation stärker interethnisch auszurichten und damit neue Wege für das Zusammenleben und die Zusammenarbeit in Südtirol zu öffnen. In einer Zeit der gesellschaftlichen Spannungen bewies er Mut und Weitblick.“<h3> „Gehörte zu den wenigen, die bewusst Grenzen überwanden“</h3>Schon früh engagierte sich Perkmann politisch und gesellschaftlich. Als Freund von Alexander Langer, insbesondere während der Zeit der Bewegung „Die Brücke“, „gehörte er zu den wenigen, die bewusst Grenzen überwanden – im Denken wie im Handeln“. <BR /><BR />Er galt als einer jener „Mauerspringer“, die den Dialog über Sprach- und Lagergrenzen hinweg suchten. Dieses Engagement führte ihn schließlich in eine zentrale Rolle innerhalb der Gewerkschaft: Er wurde der erste deutschsprachige Co-Sekretär der CGIL, die in der Folge als AGB/CGIL auftrat.<h3> „Wir Tiroler wurden in Wien häufig unterschätzt und als provinziell abgestempelt“</h3>„Seine Überzeugungen waren klar: Perkmann stand zeitlebens für pazifistische, antifaschistische und antinazistische Werte ein. Bereits während seiner Studienzeit in Wien engagierte er sich politisch, wo er Kontakte zu den jungen Sozialisten rund um den späteren österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky knüpfte.“<BR /><BR /> Gleichzeitig organisierte er Studierende aus unterschiedlichen Regionen, darunter auch viele aus dem Bundesland Tirol. Rückblickend erinnerte er sich daran, dass „wir Tiroler“ in Wien häufig unterschätzt und als provinziell abgestempelt wurden – eine Erfahrung, die ihn in seinem Engagement für Gleichberechtigung bestärkte.<h3> „Mit Josef Perkmann verliert Südtirol einen Brückenbauer zwischen Menschen“</h3>Sein Weg führte ihn weiter nach Padua, wo er ein Jusstudium begann und sich politisch weiter engagierte. Dort trat er sowohl dem Partito Comunista Italiano (PCI) als auch der CGIL bei. 1968 wurde er Mitglied der Redaktion von „Die Brücke“. Obwohl er sein Studium zunächst abbrach, um sich ganz der Gewerkschaftsarbeit zu widmen – es fehlten ihm nur noch drei Prüfungen –, blieb Bildung für ihn ein wichtiges Anliegen. Mit 60 Jahren holte er den Studienabschluss schließlich nach.<BR /><BR />Perkmann arbeitete im Streitfragenbüro der CGIL und betreute über die Jahre verschiedene Berufsgruppen, darunter Textilarbeiter, Chemiker und Drucker. Enge Freundschaften verbanden ihn mit bedeutenden Persönlichkeiten der Gewerkschaftsbewegung, etwa mit Bruno Trentin, mit dem er sich regelmäßig auch in Südtirol austauschte.<BR /><BR />Auch politisch sammelte Perkmann Erfahrungen, insbesondere in den 1980er Jahren. 1985 zog er sich aus diesem Bereich zurück und schlug beruflich einen neuen Weg im Bank- und Versicherungssektor ein. Dennoch blieb er der Gewerkschaft stets verbunden.<BR /><BR />Im Ruhestand engagierte er sich erneut aktiv: Er trat der Rentnergewerkschaft LGR/SPI bei und wurde in deren Vorstand gewählt. Gemeinsam mit Günter Rauch verfasste er das Buch „Vergessene Geschichte. Die Zerschlagung der Südtiroler Arbeiterbewegung nach dem Ersten Weltkrieg“ sowie weitere Publikationen zur Arbeitswelt. Darüber hinaus wirkte er im Vorstand des Vereins „Storia e Futuro – Geschichte und Zukunft“ mit und engagierte sich als Übersetzer für die Zeitschrift „Info – Senioren“.<BR /><BR />Bis zuletzt blieb er aktiv: Sein jüngstes Projekt war die Mitorganisation einer Tagung mit dem Seniorenverband im März in Lana.<BR /><BR />„Mit Josef Perkmann verliert Südtirol nicht nur einen engagierten Gewerkschafter, sondern einen Brückenbauer zwischen Menschen, Sprachen und Ideologien. Sein Lebenswerk wird in Erinnerung bleiben – als Beispiel für Dialog, Überzeugungskraft und unermüdlichen Einsatz für eine gerechtere Gesellschaft.“