Montag, 04. April 2016

Traueranzeige sorgt für Empörung

Mehr als ein Jahr nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen haben sich die Eltern des Copiloten Andreas Lubitz erstmals in einer Zeitungsanzeige an die Öffentlichkeit gewandt. In einer Traueranzeige in der „Westerwälder Zeitung“ danken die Eltern für Unterstützung und Beistand, wie die „Bild“-Zeitung am Montag berichtete. Dass in der Anzeige die Absturzopfer nicht erwähnt werden, sorgte bei Hinterbliebenen für Empörung.

Andreas Lubitz hat als Germanwings-Copilot 149 Menschen mit in den Tod gerissen. - Foto: Facebook
Andreas Lubitz hat als Germanwings-Copilot 149 Menschen mit in den Tod gerissen. - Foto: Facebook

Andreas Lubitz hatte die Maschine am 24. März 2015 an einem Berghang zerschellen lassen und 149 Menschen mit sich in den Tod gerissen.

"Danke für jedes tröstende Wort"

In der Traueranzeige bedanken sich die Eltern und der Bruder bei allen, die ihnen „in einem Jahr voller Erschrecken und Angst, Nichtbegreifens, Ruhelosigkeit, Sprachlosigkeit, Verzweiflung und nicht bewältigter Trauer beigestanden“ hätten.

Sie dankten zudem allen, die ihnen geholfen hätten, „unseren so sehr großen Verlust zu tragen und alles, was über hereinstürzte, auszuhalten“. Weiter schreiben die Eltern aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur laut „Bild“-Zeitung: „DANKE für jede geschriebene Zeile, jedes tröstende Wort, jeden Besuch, jede liebevolle oder stumme Umarmung, jede Blume an seinem Grab. Wie haben einen liebenswerten und wertvollen Menschen verloren.“

Kein Wort über Absturzopfer

Die Eltern von Lubitz erwähnten aber die Opfer und Hinterbliebenen mit keinem Wort. Einige Eltern zeigten sich empört.

Gedenkfeier am 24. März

Zum Jahrestag des Airbus-Absturzes hatten am 24. März in der nahe der Absturzstelle gelegenen Gemeinde Le Vernet hunderte Hinterbliebene ihrer getöteten Angehörigen gedacht. Bei der Trauerzeremonie waren die Namen der Opfer verlesen worden, derjenige von Lubitz nicht.

Der 27-jährige Lubitz hatte offenbar jahrelang unter Depressionen gelitten und deswegen auch Ärzte aufgesucht. Bei dem von Copiloten herbeigeführten Absturz der Maschine auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf kamen alle 150 Menschen an Bord ums Leben, unter ihnen 72 Deutsche und 50 Spanier.

dpa

stol