<BR /><b>Wie erleben Kinder und Jugendliche einen Einbruch?</b><BR />Sabine Cagol: Grundsätzlich ist ein Einbruch immer schlimm, weil das Zuhause ein Ort der Sicherheit und der Unversehrtheit ist. Ein Einbruch stellt diese Sicherheit infrage. <BR /><BR /><b>Was macht das ungewollte Eindringen in die Privatsphäre mit Kindern?</b><BR />Cagol: Kinder orientieren sich immer an der Reaktion der Erwachsenen. Es macht einen Unterschied, ob die ganze Familie nach Hause kommt und den Einbruch bemerkt, oder ob die Eltern es den Kindern in einem zweiten ruhigen Moment sagen. Das kann man sich nicht immer aussuchen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63854702_quote" /><BR /><BR /><b>Was, wenn die Erwachsenen selbst Angst haben?</b><BR />Cagol: In einem ersten Schritt müssen die Eltern Sicherheit und Schutz für sich finden. Da können auch praktische Dinge wie die Installation einer Alarmanlage helfen. Sobald sie sich wieder sicherer fühlen, können sie das besser den Kindern vermitteln. <BR /><BR /><b>Wie sollten Eltern demnach am besten handeln?</b><BR />Cagol: Eltern oder Erwachsene können Sicherheit wiederherstellen, wenn sie sich selbst wieder emotional gefangen haben. Das ist am besten. Denn Kinder wissen, dass etwas passiert ist, weil sie feine Antennen dafür haben. Die Eltern sollten auch einen Einbruch auf keinen Fall totschweigen, sondern den Kindern erklären. <BR /><b><BR /><embed id="dtext86-63854706_quote" /><BR /><BR />Sollen Eltern ihren Kindern die ganze Wahrheit erzählen?</b><BR />Cagol: Sie sollten Kindern altersgerecht erzählen, was passiert ist, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Wichtig ist, dass sie sich im Kopf nicht ihre eigene Geschichte basteln, die dann womöglich viel schlimmer ausfällt, als es eigentlich geschehen ist. Man sollte auch sagen, was man nun konkret unternimmt.<BR /><BR /><b>Wie können Kinder reagieren?</b><BR />Cagol: Ganz unterschiedlich. Manche fragen ganz viel nach, andere wollen überhaupt nicht darüber sprechen. Kinder sollen bestärkt werden, dass alle Fragen aber auch Gefühle Platz haben und völlig in Ordnung sind. Sie sind eine angemessene Reaktion auf ein außerordentliches Erlebnis. Kinder sollten nicht das Gefühl haben, dass Angst falsch ist, oder dass sie falsch reagieren. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63854841_quote" /><BR /><BR /><b>Was, wenn Kinder direkt auf Einbrecher treffen?</b><BR />Cagol: Wichtig ist immer zu schauen, wie die Kinder reagieren. Solche Erlebnisse sind ein Trauma für Kinder. Wenn man bemerkt, dass es den Kindern nicht gut geht, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. <BR /><BR /><b>Wie kann man den Kleinsten die Angst nehmen?</b><BR />Cagol: Man muss die Sicherheit in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus wiederherstellen. Das kann etwa dadurch geschehen, dass man auf die geschlossene Haustür aufmerksam macht. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63854846_quote" /><BR /><BR /><b>Geschätzte 10 Prozent aller Einbruchopfer ziehen um. Ist das empfehlenswert?</b><BR />Cagol: Das hängt von der Situation ab. Alltag und Routine geben den Kindern Sicherheit. Sie brauchen Rituale. Wenn mit einem Umzug ein Schulwechsel, ein Wechsel der Freundschaften verbunden ist, sollte man sich gut überlegen, ob es Sinn macht. Man verändert damit gewohnte Strukturen. <BR /><BR /><BR />