13.957 Arbeitsunfälle hat das Unfallversicherungsinstitut INAIL 2025 in Südtirol verzeichnet, 14 davon waren tödlich. Doch auch in Italien bleibt die Lage angespannt: 2025 wurden 11.450 tödliche Arbeitsunfälle gezählt. Hinzu kommen rund 1.000 weitere Todesfälle infolge von Berufskrankheiten und Spätfolgen der Arbeit. <h3> Gedenken an Opfer von Arbeitsunfällen</h3>Dass hinter diesen Zahlen jedoch die Schicksale ganzer Familien stehen, nahmen die Gewerkschaften AGB/CGIL sowie die Fachgewerkschaft für den Bausektor GBH/FILLEA zum Anlass, im Rahmen einer Pressekonferenz auf Sicherheitsmängel am Arbeitsplatz aufmerksam zu machen. Zudem gedachten sie mit einer Kranzniederlegung der Opfer von Arbeitsunfällen.<BR />„Ein tödlicher Arbeitsunfall trifft nicht nur den Verunglückten, sondern auch sein Umfeld gleich doppelt: durch den tragischen Verlust eines geliebten Menschen und dadurch, dass die Angehörigen oft allein gelassen werden“, gab der Generalsekretär der GBH/FILLEA, Marco Nardini, zu bedenken. <h3> Mangel an Inspektoren, fehlende Kontrollen</h3>Kritisiert wurden zudem fehlende Kontrollen und ein Mangel an Inspektoren, die für die Sicherheit auf Baustellen sorgen sollten. Auch die Unternehmen wurden eindringlich an die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften erinnert.<BR />Der Tenor der Gewerkschafter war eindeutig: Sicherheit am Arbeitsplatz sei ein politisches Thema. Doch gerade in Südtirol habe man häufig den Eindruck, dass niemand wirklich zuhöre, wenn darüber gesprochen wird. „Daher möchten wir die öffentliche Meinung für dieses Thema sensibilisieren und aufzeigen, dass wir in einem Rechtssystem leben, das die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht ausreichend schützt“, so Nardini. <BR />Um nicht nur Kritik zu äußern, sondern konkrete Veränderungen anzustoßen, wurden Kernmaßnahmen zur Vorbeugung von Arbeitsunfällen genannt. Dazu zählen verständliche Kursinhalte, systematische Kontrollen, abschreckende Sanktionen und eine Arbeitgeberverantwortung, die mehr ist als nur eine Absichtserklärung.