Eine endgültige Bestätigung soll nun eine Autopsie liefern. Sie wird im Auftrag der Staatsanwaltschaft von Stefano D'Errico, Leiter der Rechtsmedizin der Universität Triest, durchgeführt.<BR />Die Zuordnung basiert laut Bericht auf der Übereinstimmung von Zahn- und Kieferabdrücken. Mezzalira hatte in dem Haus gelebt, seit er in den Ruhestand gegangen war, bevor sich seine Spur im Jahr 2019 verlor.<BR /><BR />Im Zusammenhang mit dem Fall stehen drei Personen unter Verdacht: Mezzaliras frühere Lebensgefährtin Mariuccia Orlando, ihr Halbbruder Moreno Redivo sowie ihr Sohn Andrea Piscanec. Ihnen werden Mord, Beseitigung einer Leiche sowie schwerer Betrug vorgeworfen. Letzterer betrifft die mutmaßliche unrechtmäßige Abhebung der Rente des Vermissten nach seinem Verschwinden.<BR /><BR />Auf die mögliche Grabstelle waren Ermittler durch die Auswertung von Google-Earth-Satellitenbildern gestoßen. Diese zeigten im Jahr 2019 einen später mit Beton verschlossenen Schacht hinter dem Haus des Vermissten. Bei technischen Untersuchungen Anfang November fanden die Behörden schließlich ein menschliches Skelett in einer ehemaligen Abwassergrube.<h3> Schwester hatte von Anfang an Zweifel</h3>Das Schicksal von Vito Mezzalira galt seit 2019 als rätselhaft. Seine Partnerin hatte damals erklärt, er habe sich freiwillig entfernt, um ins Ausland zu ziehen. Die Schwester des Vermissten, Domenica Mezzalira, meldete ihn 2022 offiziell als vermisst und äußerte Zweifel an dieser Darstellung. Daraufhin leiteten die Behörden Ermittlungen wegen Betrugsverdachts ein, die später auf Mordverdacht ausgeweitet wurden. <BR /><BR />Bei einer erneuten Durchsuchung des Grundstücks entdeckten die Carabinieri in einem mit Beton verschlossenen, rund vier Meter tiefen Brunnen einen Sack mit menschlichen Knochen und Stoffresten. Der Fund wurde mithilfe eines Georadars und von Spürhunden möglich. <BR /><BR />Die Schwester des Vermissten gab an, sie habe stets vermutet, dass ihr Bruder in der Nähe seines Hauses begraben worden sei. Im Dezember 2021 hatte die Lebensgefährtin ihr noch ein Foto geschickt, das Mezzalira und sie vor einem Weihnachtsbaum zeigen sollte - eine Aufnahme, die sich später als schlecht gemachte Fotomontage herausstellte. <h3> Rente wurde weiter eingezogen</h3>Nach bisherigen Erkenntnissen lagen die Überreste zu diesem Zeitpunkt bereits unter mehreren Metern Erde und einer Betonschicht im Garten des Hauses in Sagrado. Laut Aussagen der Schwester habe Orlando jahrelang widersprüchliche Geschichten erzählt. Sie habe behauptet, Mezzalira halte sich an einem geheimen Ort versteckt, weil er angeblich von Gläubigern verfolgt werde. Zugleich seien regelmäßig Abhebungen von seinem Konto erfolgt, die Rente sei weiter eingezogen worden. <BR /><BR />Nach Angaben aus Ermittlerkreisen soll die Lebensgefährtin über fünf Jahre hinweg rund 100.000 Euro kassiert haben. „Ich will die Wahrheit wissen und ich will Gerechtigkeit“, fordert Vitos Schwester.