Sonntag, 31. März 2019

Trend zu früherer Apfel-Vollblüte

Der Trend geht klar in Richtung einer immer früheren Apfel-Vollblüte. Seit 1975 erheben die Experten des Versuchszentrums Laimburg die Vollblüte der Sorte Golden Delicious. Und am Standort Laimburg wird die diesjährige Vollblüte (mindestens 50 Prozent der Blüten sind geöffnet, erste Blütenblätter fallen ab) für den Zeitraum zwischen dem 8. und 10. April prognostiziert.

Die Blüte setzt immer früher ein (Archivbild). Foto: Versuchszentrum Laimburg
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Die Blüte setzt immer früher ein (Archivbild). Foto: Versuchszentrum Laimburg

Damit wird dieser Zeitpunkt heuer um acht bis zehn Tage früher erwartet als im Vorjahr (2018). Im Jahr 2017 wurde die Vollblüte hingegen bereits am 3. April erreicht – so früh wie nur ein einziges weiteres Mal (2012) in der mittlerweile 42-jährigen Aufzeichnungsreihe des Versuchszentrums Laimburg.

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Grafik: ZETT-Infografik M. Lemanski

Im Vinschgau 10 Tage später

Am Versuchsfeld in Latsch (knapp 700 Meter Höhe) blüht Golden Delicious durchschnittlich zehn Tage später als am Standort Laimburg (220 Meter). „Dieses Jahr wird es aufgrund der warmen Witterung der vergangenen Wochen voraussichtlich nur etwa sieben Tage später sein“, erklärt Edmund Ebner von der Arbeitsgruppe Pomologie des Versuchszentrums Laimburg. Für die frühblühende Sorte Cripps Pink wird im Vergleich zum Golden Delicious mit einer um drei bis fünf Tage früheren Vollblüte gerechnet.

7 bis 9 Tage früher als im langjährigen Mittel

Die Prognose des Vollblüte-Datums hängt laut Edmund Ebner freilich wesentlich von der Witterung der nächsten zehn Tage ab. Doch unabhängig davon, ob es bei der der Sorte Golden Delicious am Standort Laimburg nun eher der 8. oder der 10. April wird: Die Vollblüte wird mindestens eine Woche früher (sieben bis neun Tage) eintreten als im langjährigen Mittel der vergangenen 42 Jahre (17. April).

Frühere Blüte birgt erhöhte Frostgefahr

Dieser Trend bringt laut Experten der Laimburg eine erhöhte Frostgefahr mit sich. In der Vergangenheit gab es hierbei ganz unterschiedliche Erfahrungen: So wurde etwa 1997 die Vollblüte am 7. April festgestellt, wobei in jenem Frühjahr in über 20 Nächten die Frostberegnung eingeschaltet werden musste. Damals wurden aber keine Ernteeinbußen verzeichnet. 2017 genügte hingegen eine Frostnacht am 20. April, um in großen Gebieten Europas und in höheren Lagen in Südtirol Mengen- und Qualitätseinbußen zu verursachen.

Z/ch

stol