Die Landesregierung in Trient hat auf Vorschlag von Forst- und Jagdlandesrat Roberto Failoni eine Änderung der Regelungen zur Kontrolle von Wildschweinen beschlossen. Ziel ist es, die Ausbreitung der Tiere einzudämmen, die zunehmend landwirtschaftliche Flächen schädigen.<BR /><BR />Kern der Neuregelung ist die Einführung eines Pilotprojekts zur Nutzung von Bögen bei der Wildschweinkontrolle. Die Testphase soll im Jahr 2027 beginnen. Nach Angaben der Provinz könnte der Bogen eine Alternative zu Feuerwaffen darstellen, da der Einsatz von Schusswaffen durch Lärm andere Tierarten stören könne - insbesondere in sensiblen Phasen wie der Fortpflanzungszeit. Die Teilnahme an der Bogenjagd im Rahmen der Kontrolle setzt eine entsprechende Zusatzqualifikation voraus. Voraussetzung ist zudem bereits die bestehende Zulassung als Wildschwein-Kontrollperson.<BR /><BR />Neben der neuen Jagdform führt die Provinz auch eine sogenannte „gezielte Kontrolle“ ein. Dabei soll das Forstkorps des Trentino künftig Einsätze gemeinsam mit qualifizierten Jägern organisieren. Die Koordination liegt dabei ausschließlich beim Forstpersonal. Die Maßnahme ist nicht an reguläre Jagdzeiten gebunden. Ziel sei es, zusätzliche Kapazitäten für die Eindämmung der Tierart zu schaffen, heißt es aus der Landesregierung. Die bisherige Einteilung in verschiedene Kontrollzonen bleibe bestehen.<BR /><BR />Landesrat Failoni sprach von einer Weiterentwicklung der bisherigen Maßnahmen. Die Anpassung berücksichtige auch die zunehmende Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Europa, die erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf die Schweinehaltung haben könne. Vor allem Bauern beklagen die starke Präsenz der Wildschweine im Trentino. <BR /><BR />„Nicht nur Wölfe und Bären, sondern auch die Wildschweine werden immer gefährlicher und problematischer. Besonders jene Bauern, die Mais anbauen, haben mit ihnen zu kämpfen“, beklagen die Bauernverbände.