Wer sich verpflichtet, mindestens zehn Jahre in den kleinen Gemeinden zu wohnen, kann einen Zuschuss von bis zu 80.000 Euro erhalten. <BR /><BR />Auch wer eine Immobilie zu einem vergünstigten Mietpreis vermietet, kann von den Fördermitteln profitieren. Die Liste der Gemeinden, die von der Maßnahme begünstigt werden sollen, steht noch nicht fest. Ortschaften mit starken Touristenströmen, wie Trient, Canazei oder Riva del Garda am Gardasee, sind von den Maßnahmen ausgeschlossen. Livo im Nonstal, das Rabbital oder Vermiglio, das durch den gleichnamigen erfolgreichen Film der Regisseurin Maura Delpero inzwischen bekannt geworden ist, werden als mögliche Orte genannt. Auch Bondone und Borgo Chiese sind in der engeren Wahl. Die endgültige Liste der förderfähigen Orte wird nach Beratung mit dem Rat der lokalen Autonomien festgelegt.<BR /><BR />Verwahrloste Häuser vor dem Verfall retten und zugleich verlassene Dörfer wiederbeleben: Das ist das Ziel der Kampagne „Case a un euro“ (Häuser für einen Euro), die in den vergangenen Jahren in Italien großes Interesse geweckt hat. <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/ein-euro-haeuser-in-italien-was-sie-wissen-muessen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Wir haben berichtet)</a> Rund 60 Ortschaften locken derzeit mit der Aktion neue Bewohnerinnen und Bewohner an und bemühen sich um die Sanierung von Immobilien, die zunehmend zu verkommen drohen.<BR /><BR />Die Idee hat bereits in mehreren italienischen Regionen Fuß gefasst. In einigen Dörfern ist die Initiative zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Nicht nur Einheimische, auch viele Touristinnen und Touristen interessieren sich für die Häuser für einen Euro. Ganz billig kommen sie aber nicht immer davon. Viele Häuser sind in einem sehr schlechten Zustand, die Sanierungskosten sind nicht billig.<BR /><BR />Über 1.500 Gemeinden in Italien sind vom Aussterben bedroht. Hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Verkehrswege, weder Tourismus noch Landwirtschaft sind unter anderem Gründe dafür. Gefährdet sind vermehrt Bergdörfer, aus denen die Jugendlichen flüchten und Rentnerinnen und Rentner zurückbleiben. Während viele Bürgermeister die Initiative begrüßen, gibt es auch Bedenken. Kritiker fordern zusätzliche Maßnahmen, um nicht nur Immobilien, sondern auch die soziale Infrastruktur und Dienstleistungen in den betroffenen Gebieten zu stärken. Zudem wird davor gewarnt, dass Investoren die Förderungen ausnutzen könnten, ohne langfristig zur Belebung der Dörfer beizutragen.