Donnerstag, 02. Februar 2017

Trentino: Lega-Politiker mit Kokain erwischt – in Haft

Eine Drogenkontrolle im Trentino hat am Samstag mit zwei Festnahmen geendet – doch erst jetzt wurde bekannt, wer da in Haft sitzt: Die Carabinieri hatten am vergangenen Wochenende einen Trentiner Lega-Politiker und seinem Kollegen das Handwerk gelegt.

Hinter dem Handschuhfach wurden die Ordnungshüter fündig: 300 Gramm Kokain, hoher Reinheitsgrad. - Foto: Carabinieri Trient
Hinter dem Handschuhfach wurden die Ordnungshüter fündig: 300 Gramm Kokain, hoher Reinheitsgrad. - Foto: Carabinieri Trient

Die Kontrolle geht auf den vergangenen Samstag zurück: Die Carabinieri hielten bei Trient Süd einen verdächtigen Hyundai Atos an, entdeckten hinter dem leeren Handschuhfach rund 300 Gramm Kokain und nahmen die beiden Insassen fest.

Der eine war ein 38-Jähriger, gebürtig aus Albanien. In Italien lebte er ohne festen Wohnsitz, er sei für die Arbeit nach Italien gekommen, sagte er später seinem Anwalt. Der andere Festgenommene hingegen ist im Trentino ein bekannter Mann: Im Wagen saß Lega-Politiker Maurizio Agostini, 51 Jahre alt, seines Zeichens Stadtviertelrat von Mattarello, einer Fraktion von Trient.

Koks und Körperpuder

Einem Bericht der Trentiner Zeitung „L’Adige“ zufolge saß Agostini selbst am Steuer das Hyundai, der nahe der Autobahneinfahrt Trient Süd angehalten worden war. „Die Männer im Wagen haben sich auffällig verhalten“, heißt es von den Ordnungshütern. Bei einer Kontrolle habe man dann die Drogen entdeckt – fein säuberlich abgepackt, die Packungen wiederum in Körperpuder mit Minzgeruch eingelegt. Wohl, um die Drogenhunde zu verwirren, meinen die Beamten.

Doch die Hunde waren nicht notwendig: Nach einer genauen Kontrolle des Wagens stießen die Sicherheitskräfte auch ohne die Hilfe der Vierbeiner auf das Kokain. 300 Gramm, mit hohem Reinheitsgrad. Man hätte die Drogen wohl für 60.000 bis 70.000 Euro verkaufen können, so die Ordnungshüter.

Kalte Dusche für Lega

Für beide Männer im Wagen klickten die Handschellen. Laut „L’Adige“ zog es Leghist Agostini in einem ersten Verhör vor, zu den Vorwürfen zu schweigen. Maurizio Fugatti, Lega-Chef im Trentino, zeigte sich schockiert: „So etwas hätte ich mir nicht erwartet. Ich hoffe, alles wird aufgeklärt – und ich wünsche mir, dass sich herausstellt, dass die betreffende Person mit der Angelegenheit nichts zu tun hat.“  

stol

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