Montag, 22. Februar 2021

Trient: 42-Jährige von ihrem Exmann mit dem Beil getötet

Eine Bluttat erschüttert Trient: Die 42-jährige Deborah Saltori ist am Montagnachmittag in Cortesano, einer Fraktion von Trient, von ihrem Exmann, dem 39-jährigen Bauer Lorenzo Cattoni, mit einem Beil getötet worden.

Die Spurensicherung arbeitete bis in die Nacht im Licht der Scheinwerfer.
Der Angriff soll sich in einer Feldhütte unweit der Wohnung der Frau ereignet haben. In der Hütte bewahrte Cattoni auch die Gerätschaften auf, die er für die Arbeit auf dem Feld benötigte. Was genau vorgefallen ist, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. Sicher scheint: Mit einem Beil verletzte er Deborah Saltori so schwer am Hals, dass für sie jede Hilfe zu spät kam.



Nach der Gewalttat soll Cattoni mit ebenjenem Beil, mit dem er seine Exfrau erschlug, einen Suizidversuch unternommen haben. Ein Bekannter, der ihm ein Arbeitsgerät bringen wollte, fand die beiden um 15.30 Uhr: Cattoni schwerst verletzt vor der Hütte, Saltori tot darin.

Im Krankenhaus Santa Chiara in Trient wird Cattoni nun behandelt. Wie die Trentiner Tageszeitung „L'Adige“ in ihrer Online-Ausgabe schreibt, scheint sein Zustand zwar sehr ernst, aber nicht lebensbedrohlich zu sein.

Deborah Saltori hinterlässt 4 minderjährige Kinder. 3 stammen aus einer früheren Beziehung. Der Vater des jüngsten ist Lorenzo Cattoni.



Wegen häuslicher Gewalt im Hausarrest bei den Eltern

Was genau der Tötung vorausgegangen ist, ist nun Gegenstand der Ermittlungen: Hatte Cattoni Saltori zur Hütte bestellt? War sie auf eigene Initiative dorthin gegangen? Hatte es Streit über Fragen der Trennung gegeben? Bis in die Nacht war die Spurensicherung am Montag am Tatort, um das Geschehen so genau als möglich rekonstruieren zu können.

Was auch immer Auslöser für die Bluttat gewesen sein mag: In den vergangenen 4 Jahren soll Cattoni mehrmals wegen häuslicher Gewalt gegen Deborah Saltori ins Visier der Polizei geraten sein. Auch gegenüber einer früheren Partnerin soll er gewalttätig gewesen sein. Wegen der Vorfälle war er unter Hausarrest gestanden. Diesen hatte er in der Wohnung seiner Eltern in Nave San Rocco verbracht. Die Ortschaft liegt etwa 15 Kilometer von Trient entfernt. Allerdings war es ihm gestattet gewesen, zur Arbeit auf das Feld zu fahren.

Zweiter Frauenmord im Trentino in kurzer Zeit

Der Bürgermeister von Trient, Franco Ianeselli, nahm am Montagabend wie folgt Stellung: „Wir laufen Gefahr, dass uns angesichts der Tötungen von Frauen die passenden Worte ausgehen. Dennoch glaube ich, dass wir anhalten und sie finden müssen. Wir müssen uns als Menschen, als Bürger, als Institutionen in Frage stellen. 2 Frauen in weniger als 2 Monaten im Trentino getötet. Im Dezember Agitu, heute Deborah.

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Heute geschah es in einem Vorort von Trient, innerhalb unserer Gemeinde, an einem Ort, der vielleicht sicherer erscheint als andere. Aber nein. Das Gemetzel hört nicht auf, jeden Tag. Wir riskieren es, so zu leben, als ob es weit von uns entfernt wäre, aber das ist nicht so. Wir müssen innehalten und verstehen, wie wir eine an Gewalt kranke Gesellschaft heilen können, die gewalttätige Männer hervorbringt, die Ehefrauen, Partnerinnen und Freundinnen töten. Das sind wir Agitu, Deborah und ihren Familien schuldig.“

Die Äthiopierin und Pionierin der Alpen-Viehzucht im Trentino, Agitu Gudeta, war Ende Dezember brutal ermordet in ihrer Wohnung im Trentiner Fersental aufgefunden worden.


stol

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