Umweltminister Roberto Cingolani habe sich offen für ein „innovatives Management“ in Sachen Großraubtiere gezeigt, bekräftigt der Trentiner Landeshauptmann. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />„Wir werden keine weiteren Problembären nach Casteller bringen, um sie dort zu halten. In Zukunft werden wir Tiere, die die öffentliche Sicherheit gefährden, mittels Abschuss entfernen. Wir stützen uns dabei auf die Durchführungsbestimmungen zum Landesgesetz 9/18“. Diese Ankündigung des Trentiner Landeshauptmannes Maurizio Fugatti sorgt bei Tierschützern für einen Aufschrei, er erfährt aber auch Zuspruch.<BR /><BR />Südtirol und das Trentino haben in Sachen Großraubwild bekanntlich einen gemeinsamen Strategieplan ausgearbeitet. „Ich wüsste nicht, dass es jetzt neue rechtliche Möglichkeiten zum direkten Abschuss von Problemtieren gäbe“, sagt Landesrat Arnold Schuler auf Anfrage.<BR /><BR /> „Wird diese Möglichkeit Trient gegeben, kann sich keiner dagegen stellen, diese auch Südtirol zuzugestehen“, sagt Schuler. Man sei in engem Kontakt mit dem Trentino in Sachen Strategieplan. Vergangene Woche gab es ein Treffen zwischen Fugatti, Landwirtschaftslandesrätin Giulia Zanotelli und Umweltminister Roberto Cingolani. Im Vordergrund der Aussprache standen die jüngsten Wolfsattacken im Trentino. <h3> Ja des Ministers?</h3>Cingolani habe sich offen für die Erprobung eines „innovativen Managements“ der Großraubtiere gezeigt, erklärte Fugatti nach dem Treffen. Der Minister habe sich die Vorschläge und Bedürfnisse des Trentino angehört und stehe Änderungen der bestehenden Bestimmungen aufgeschlossen gegenüber. Fugattis Ankündigung eines Abschusses von Großraubtieren, die die Sicherheit der Bürger und Gäste gefährden, ist wohl in diesem Licht zu verstehen. <BR /><BR />Derzeit befindet sich nur Braunbär M49 in Casteller, die beiden anderen Bären seien bekanntlich ausgesiedelt worden, so Fugatti. Es sei nicht auszuschließen, dass auch M49 in naher Zukunft ausgesiedelt werde. Immerhin ist der Problembär schon 2 Mal aus dem Gehege von Casteller ausgebrochen – vom damaligen Umweltminister Sergio Costa erhielt er deshalb den Übernamen „Papillon“. <h3> Studie als Rückendeckung</h3>Problembären und Problemwölfen will sich das Trentino künftig also durch Abschuss entledigen. Man stützt sich dabei auf die Durchführungsbestimmungen zum Landesgesetz 9/18 und auf Artikel 16 der Habitatrichtlinien zum Braunbär, zudem auf die Ispra-Muse-Studie vom Jänner des vergangenen Jahres zu den Problembären. <BR /><BR />Die Tierschutzvereinigung ENPA will dieser Ankündigung nicht tatenlos zusehen und kündigt Protest und juridische Schritte an. Die Liga gegen Tierversuche (LAV) ist erst am Montag dieser Woche vor dem Verwaltungsgericht Trient mit einer Eingabe gegen die Trentiner Richtlinien für das Management von Großraubwild gescheitert; die LAV hat dagegen bereits Rekurs vor dem Staatsrat angekündigt. <BR /><BR />