<BR />Seitdem Mitte April im Trinkwasser der „Kappra“-Quellen Pestizidrückstände gefunden wurden, wird das Wasser nicht mehr als Trinkwasser genutzt. „Die Ersatzversorgung erfolgt aktuell über die Steinwies-Quelle im Oberwielenbachtal, die bereits große Teile Brunecks mit Trinkwasser versorgt“, schreibt Landesrat Peter Brunner in seiner Antwort auf die Fragen Rieders. Für diese Quelle sei 2008 das Wasserschutzgebiet WSG/188 „Percha Oberwielenbachtal“ ausgewiesen worden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-65304078_quote" /><BR /><BR />Brunner erklärt allerdings auch, dass in den Wasserschutzgebieten, auch relativ nahe an den Quellen, „Pflanzenschutzmittel unter Einhaltung der von der Landesregierung festgelegten Beschränkungen verwendet werden“ dürfen. In einer Richtlinie nennt die Landesregierung jene Pflanzenschutzmittel, die zugelassen sind. Gerade im Fall der „Kappra“-Quellen, in dessen Wasser Metolachlor ESA festgestellt wurde, das beim Abbau des Pestizid-Wirkstoffs Metolachlor-S entsteht, wurde die Ausbringung dieses Pestizids im Mai von der EU verboten und entsprechend auch von der Landesregierung aus der Liste der zugelassenen Pflanzenschutzmittel gestrichen. <BR /><BR />Selbst wenn Landesrat Brunner erneut unterstreicht, dass die im Georgener Trinkwasser festgestellten Konzentrationen von Metolachlor ESA unter den Werten gelegen seien, „die laut derzeitigem Kenntnisstand zu kurz- oder langfristigen gesundheitlichen Schäden führen können“, stellt das Maria Elisabeth Rieder nicht zufrieden. „Wenn man den Trinkwasserschutz ernst nimmt, müsste man präventiv ansetzen und das Ausbringen aller Pflanzenschutzmittel in der Nähe von Trinkwasserquellen verbieten“, sagt sie. Andernfalls werde nur reagiert, wenn man einen bedenklichen Wirkstoff finde, der dann aber schon über eine mehr oder weniger lange Zeit das Trinkwasser verunreinigt habe, sagt Rieder. Sie werde sich nun mit Experten dazu austauschen und gegebenenfalls erneut intervenieren.