Wenn es nicht bald ergiebig regnet, könnte Wasser für die Frostberegnung fehlen, befürchtet Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler. Und damit nicht genug.<BR /><BR />Im abgelaufenen Winter ist laut Landeswetterdienst etwa um die Hälfte weniger Schnee gefallen als im langjährigen Durchschnitt. Das hat auch direkte Auswirkungen auf die Stromproduktion, die auf Wasserkraft basiert: Im Jänner und Februar sind heuer rund 30 bis 40 Prozent weniger an Strom produziert worden als noch in den beiden Vergleichsmonaten des Jahres 2021, teilt die Alperia auf Anfrage mit. <BR /><BR />Ähnliches berichtet der Südtiroler Energieverband. In den 33 kleinen und mittleren Wasserkraftwerken vom Vinschgau bis ins Ahrntal ging die Stromproduktion heuer im Jänner um 36,6 Prozent gegenüber Jänner 2021 zurück – und dabei war 2021 bereits ein armes Produktionsjahr, berichtet Generaldirektor Rudi Rienzner. Im Februar 2022 lag der Rückgang bei der Produktion gegenüber dem Februar 2021 sogar bei 54 Prozent. Auch im November und Dezember 2021 gab es ein kräftiges Produktionsminus gegenüber dem relativ guten und regenreichen Produktionsjahr 2020 zu verzeichnen: Im November 2021 lag der Rückgang gegenüber November 2020 bei 39 Prozent und im Dezember 2021 bei 45 Prozent gegenüber Dezember 2020.<BR /><BR />Auch in der Landwirtschaft steigt die Anspannung: „Der Boden ist inzwischen so ausgetrocknet, dass er einen starken Regen mancherorts gar nicht mehr leicht aufnehmen würde – außer dort, wo noch Schnee liegt“, sagt Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler. Wenn es im April weiterhin trocken bleibe, dann werde es zu Problemen kommen – auch bei der Frostberegnung. Denn dafür benötige man Oberflächenwasser. <BR /><BR />„Wir hoffen auf Niederschlag“, sagt Paul Wellenzohn, Obmann des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau. „Viel hängt vom Wind ab. Wir hatten heuer im Winter viel Wind, das hat die Böden ausgetrocknet, es gab keine Schutzschicht an Schnee über dem Boden. Wenn nicht bald Regen fällt, dann wird die Situation in punkto Trockenheit angespannt, weil die Vegetation beim Starten ist und Wasser benötigt wird zum Beregnen“, erklärt Wellenzohn.<BR /><BR />Die Trockenheit wird, falls sie noch länger andauert, auch die Waldbäume in eine Stresssituation bringen, meint der Abteilungsdirektor für Forstwirtschaft, Günther Unterthiner: Pflanzen werden entweder vertrocknen oder „verhungern“ oder sie anfällig machen für Schädlinge wie den Borkenkäfer.<BR /><BR />Das letzte Mal landesweit geregnet hat es vor über einem Monat – Mitte Februar – aber auch damals nicht viel, berichtet Landesmeteorologe Dieter Peterlin. „Bereits in den Wochen und Monaten zuvor waren die Niederschläge spärlich. Seit Anfang Dezember sind im Großteil des Landes nur 30 bis 40 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge gefallen. Und es ist auch weiterhin kein Regen in Sicht. In dieser Woche haben wir es wieder mit einem sehr kräftigen Hoch zu tun, Regen Fehlanzeige“, sagt Peterlin. <BR /><BR />Die Umweltagentur weist aufgrund des heutigen Weltwassertages auf die Bedeutung des Wassers hin – und gibt Tipps fürs Sparen – wie etwa Durchflussregler am Wasserhahn oder an der WC-Spülung anzubringen.<BR />