Montag, 28. September 2020

Schulen: Trotz Corona positive Zwischennote

Kein Tag mehr ohne Coronafall an einer Südtiroler Schule oder Kindergarten. Nachdem es Samstag 2 Schüler des italienischen Oberschulzentrums in Brixen traf, wurde am Sonntagabend bekannt, dass im Kindergarten Sexten/Moos ein Kind mit dem Virus infiziert ist und 13 Kinder in Quarantäne müssen. Das berichten die „Dolomiten“ am Montag.

Die Corona-Situation an Südtirols Bildungseinrichtungen ist (noch) überschaubar.
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Die Corona-Situation an Südtirols Bildungseinrichtungen ist (noch) überschaubar. - Foto: © shutterstock
Mit dem „Gandhi“-Gymnasium in Meran ist seit Freitag gleich eine ganze Schule coronabedingt zu. Dennoch fällt das Fazit der Verantwortlichen 3 Wochen nach Schulbeginn durchwegs positiv aus.

„Wir müssen uns daran gewöhnen, dass es an Schulen und Kindergärten Fälle von Corona gibt“, sagt Bildungslandesrat Philipp Achammer. Im Verhältnis zur Gesamtzahl von über 90.000 Kindern und Jugendlichen in den verschiedenen Bildungsstufen sei die Zahl bislang überschaubar.

Prognosen eingetroffen

„Die Prognosen, die uns die Sanität gestellt hat und aufgrund derer wir unsere Entscheidungen getroffen haben, sind eingetroffen“, sagt auch Bildungsdirektor Gustav Tschenett. Natürlich sei es unangenehm, wenn an einer Schule ein Coronafall auftritt. Aber zusammen mit dem Gesundheitswesen sei es gut gelungen, die Fälle rasch einzugrenzen.

Vor allem die teils heftig kritisierte Mischung aus Fern- und Präsenzunterricht an den Oberschulen helfe, die Zahlen der Schüler und Lehrer, die beim Auftreten eines Coronafalles an einer Schule in Quarantäne müssen, in Grenzen zu halten. „Auch wenn mehrere Schulen meinen, bei ihnen wäre Präsenzunterricht voll durchführbar, macht das wenig Sinn“, so Tschenett, der aber generell ein positives Fazit zieht.

Einhaltung von Corona-Regeln funktioniert gut

Es habe sich jedenfalls gezeigt, dass stabile Gruppen von Vorteil sind, unterstreicht auch Achammer. Als positiv bewertet er, dass die Einhaltung der Corona-Regeln, vor allem gestaffelter Ein- und Austritt sowie Abstand in den Klassen, sehr gut funktioniere.

„Da muss ich allen Beteiligten ein großes Lob aussprechen“, sagt er. Weit schwieriger einzuhalten sei da schon die Pausenregelung, so Achammer. Bleiben die Fallzahlen an den Schulen so, müsse man in diesem Punkt ebenso über eine Nachbesserung reden wie beim Sportunterricht. „Und auch über eine Reduzierung der Quarantäne muss unbedingt geredet werden“, ist er überzeugt. „14 Tage in den eigenen 4 Wänden sind für Kinder und Familien keine einfache Situation.“

Ein positives Fazit nach 3 Wochen Schule unter verschärften Corona-Regeln zieht Christoph Buratti, Vorsitzender des Arbeitskreises Südtiroler Mittel-, Ober- und Berufsschullehrer (ASM).

Lehrstoff auf das Wichtigste reduziert

„Wenn bis Ende September nicht noch viele Fälle dazukommen, sollte es klappen“, sagt er. Bislang funktioniere der Unterricht grundsätzlich gut, „auch wenn das mit dem Fernunterricht nicht die Schule der Zukunft sein kann“, so Buratti. Beim Lehrstoff werde man aber auf das Wichtigste reduzieren müssen. „Sozusagen zurück zum Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen“, sagt er. Projekte wie bisher werde es heuer wohl kaum geben.

Dass „noch etwas nachzujustieren ist“, gibt auch Tschenett unumwunden zu. Klagen gebe es seitens der Schulen vor allem über Internetverbindungen, „die in gewissen Gegenden völlig überlastet scheinen“, so Tschenett. Dieses Problem werde aber wohl bestehen bleiben. Man könne eben in 3 Monaten nicht aufholen, was in den Jahren zuvor versäumt worden sei.

Und dann wären da noch die Probleme mit jenen, die die Einhaltung von Corona-Maßnahmen verweigern. „Mit 5, 6 Schülern und 2, 3 Lehrpersonen machen die zwar einen verschwindend kleinen Teil aus, halten aber das ganze System auf Trapp“, sagt Tschenett.

em

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