Dafür werden zehn derzeit leerstehende Betten im Seniorenwohnheim Wipptal genutzt. Im Seniorenwohnheim Wipptal stehen derzeit aufgrund von Personalmangel zahlreiche Betten leer. Für die Gemeinden bedeutet das höhere Kosten. Vorgesehen war daher, zehn dieser freien Betten für das neue Wohnmodell zu nutzen. Die Bezirksgemeinschaft Wipptal würde es im Auftrag der Gemeinden führen.<h3> Gemeinderat Sterzing stimmte dagegen </h3>Während die übrigen Wipptaler Gemeinden dem Pilotprojekt zustimmten, lehnte der Sterzinger Gemeinderat die Umsetzung mehrheitlich ab. Als Hauptgrund wurden Bedenken genannt, dass die Plätze bei steigendem Bedarf nicht rasch genug wieder als Heimplätze zur Verfügung stehen könnten.<BR /><BR />Die Absage der Gemeinde Sterzing brachte das Vorhaben zunächst ins Stocken. „Für uns war klar, dass wir das Projekt auch ohne die Gemeinde Sterzing umsetzen wollen. Um uns rechtlich abzusichern, haben wir Gutachten bei der Gemeindeaufsicht und bei der Staatsanwaltschaft eingeholt“, berichtet Bezirkspräsident Martin Alber. <BR /><BR />Diese bestätigten, dass die Bezirksgemeinschaft das Angebot aufgrund der derzeit nicht ausgelasteten Betten im Seniorenwohnheim einführen darf.<h3> Kein Angebot für Sterzinger Bürgerinnen und Bürger</h3>Am Mittwoch beschließt der Bezirksrat eine Vereinbarung mit den Gemeinden Ratschings, Brenner, Pfitsch, Freienfeld und Franzensfeste. Darin wird geregelt, wie die Bezirksgemeinschaft das neue Wohnmodell im Auftrag dieser Gemeinden führt.<BR /><BR />„Die Gemeinde Sterzing ist nicht Teil der Vereinbarung. Ihr entstehen dadurch keine Kosten,Bürgerinnen und Bürger der Stadt können das Betreute Wohnen Plus aber auch nicht in Anspruch nehmen“, erläutert Alber.<h3> „Sozialer Aspekt spielt bei Betreutem Wohnen Plus wichtige Rolle“</h3>„Das Betreute Wohnen Plus richtet sich an Menschen der Pflegestufen eins und zwei, die noch weitgehend selbstständig sind. Der soziale Aspekt wird besonders berücksichtigt: Für ältere Menschen, die einsam sind oder kaum in ein soziales Umfeld eingebettet sind, kann das Angebot eine Erleichterung und eine Verbesserung der Lebensqualität bedeuten“, unterstreicht Alber.<h3> Vollbelegung? „Zeitpunkt steht in den Sternen“</h3>Die Bedenken der Gemeinde Sterzing, dass die Betten bei steigendem Bedarf im Seniorenwohnheim blockiert sein könnten, teilt Alber nicht. „Zurzeit sind im Seniorenwohnheim etwa 60 von 90 Betten belegt. Durch zusätzliche Personalgewinnung peilen wir als nächstes eine Auslastung von 70 Betten an“, meint er. <BR /><BR />Das werde aber eher Jahre als Monate dauern. Wann die Auslastung so hoch ist, dass die Betten des Betreutes Wohnens Plus wieder benötigt werden, steht laut Alber „in den Sternen“. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1338669_image" /></div> <BR />Im Angebot werde zudem festgehalten, dass bei Bedarf Bewohner des Seniorenwohnheims Vorrang haben. Für die Betroffenen des Betreuten Wohnens Plus würde in diesem Fall gemeinsam eine andere Lösung gesucht.<BR /><BR />„Der Gemeinde Sterzing steht es immer noch frei, sich anders, vielleicht rationeller zu entscheiden. Ich bin nämlich sicher, dass es auch in Sterzing Bürger gäbe, für die das Betreute Wohnen Plus eine passende Einrichtung wäre“, meint Alber.<h3> Möglicher Start bereits im Frühherbst</h3>Das Modell „Betreutes Wohnen Plus“ richtet sich an Menschen ab 65 Jahren und ist zwischen dem klassischen Betreuten Wohnen und dem Seniorenheim angesiedelt. Die Personalressourcen, die für das Betreute Wohnen Plus benötigt werden, sind viel geringer als im Seniorenwohnheim, da der Personalschlüssel ein anderer ist. <h3> „Bedarf ist da“</h3>„Mit zwei Halbtageskräften im Pflegebereich könnten wir bereits nach den Sommermonaten mit ein paar Plätzen starten“, sagt Alber. Schritt für Schritt sollen dann die 10 Betten belegt werden. Der Bedarf für das neue Wohnmodell ist laut Alber gegeben. Eine vorbereitende Erhebung sei „sehr positiv“ ausgefallen.