Donnerstag, 5. Mai 2022

Trotz Feuerpause: „Heftige und blutige Kämpfe“ um Stahlwerk in Mariupol

Trotz einer von Russland angekündigten Feuerpause dauern die Kämpfe um das Asowstal-Werk in Mariupol am Donnerstag nach ukrainischen Angaben weiter an. Russland versuche, die letzten verbliebenen ukrainischen Verteidiger auf dem Gelände im Süden der Ukraine zu „vernichten“, teilte die ukrainische Armee mit. Der Kreml erklärte hingegen, die Feuerpause werde eingehalten. Durch Beschuss mehrerer Städte im Donbass gab es unterdessen Tote und Verletzte.

Mariupol ist nach wochenlanger russischer Belagerung und Angriffen weitgehend zerstört. - Foto: © ANSA / IVAN SHLAMOV

Moskau hatte am Mittwochabend eine dreitägige Feuerpause zur Evakuierung von Zivilisten aus dem Asowstal-Werk in der südukrainischen Hafenstadt angekündigt. Die russischen Streitkräfte wollten demnach am Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils von 8 bis 18 Uhr Fluchtkorridore für Zivilisten aus dem Industriekomplex öffnen.

„Heftige und blutige Gefechte“

Nach Angaben der ukrainischen Armee nahmen russische Truppen ihre Offensive zur Einnahme des Fabrikgeländes mit Unterstützung aus der Luft aber wieder auf. Der Kommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, Denys Prokopenko, hatte in einem am Mittwochabend auf Telegram veröffentlichten Video erklärt, dass russische Soldaten in das Stahlwerk eingedrungen seien und sich „heftige und blutige Gefechte“ mit den ukrainischen Streitkräften lieferten.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Donnerstag in Moskau hingegen, die Fluchtkorridore „funktionieren“. Die russischen Truppen hielten die Feuerpause ein, das Stahlwerk werde jedoch weiterhin belagert.

„Wieder einmal haben die Russen das Waffenstillstandsversprechen gebrochen“

Ukrainische Kämpfer warfen russischen Truppen hingegen einen Bruch der vereinbarten Waffenruhe zur Evakuierung aus dem Stahlwerk vor. „Wieder einmal haben die Russen das Waffenstillstandsversprechen gebrochen und die Evakuierung von Zivilisten, die sich weiterhin im Kellern des Werks verstecken, nicht erlaubt“, sagte der Vizekommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, Swjatoslaw Palamar, am Donnerstag in einer auf Telegram veröffentlichten Videobotschaft.

Mariupol ist nach wochenlanger russischer Belagerung und Angriffen weitgehend zerstört, das Stahlwerk ist der letzte Rückzugsort ukrainischer Soldaten in der strategisch wichtigen Hafenstadt. Nach Angaben des Bürgermeisters von Mariupol, Wadym Boitschenko, sitzen noch 200 Zivilisten in ausgedehnten Tunnelanlagen auf dem Werksgelände fest.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.

apa

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