<h3> Wo Temperaturen bis zu 90 Grad Celsius Alltag sind</h3><div class="img-embed"><embed id="1259595_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR />Im Winter gestaltetet sich die Arbeit für <b>Sarah Niederkofler</b> aus St. Johann im Ahrntal (im Bild) angenehmer. Warum? Die 29-Jährige ist Saunameisterin. Temperaturen von bis zu 90 Grad Celsius sind Teil ihres Alltags. „Man gewöhnt sich sehr gut daran“, erzählt sie. Besonders an kalten Tagen sucht man die Wärme, und nach dem Saunagang kühlt man an der frischen Luft gleich ab.<BR /><BR /> „Im Sommer, bei 36 oder 37 Grad Celsius, ist es schon anstrengender“, schmunzelt sie. Niederkofler, Italiens amtierende Show-Aufguss-Meisterin, macht mehrmals am Tag Aufgüsse. Um mit den heißen Temperaturen besser zurechtzukommen, trinkt und schläft sie viel. Auch auf gesunde Ernährung legt sie Wert. „In meinem Beruf ist nicht nur die Wärme, sondern auch die Kälte wichtig. Beides in Kombination stärkt das Immunsystem.“ <BR /><BR />Deshalb sollte man sich kalt abduschen, auch bei Minustemperaturen. Was ist das Schönste an ihrem Job? Sarah Niederkofler überlegt einen Moment, dann antwortet sie: „Ich mag es, den Menschen ein schönes Erlebnis zu bereiten und zu sehen, dass ihnen die Zeit in der Sauna gefallen hat. Man tut nicht nur dem Körper, sondern auch der Psyche etwas Gutes.“ <h3> Hammer, Amboss und heißer Stahl</h3><div class="img-embed"><embed id="1259598_image" /></div> Gut 1.200 Grad Celsius sind bei <Fett>Simon Moser</Fett> (im Bild) auch im Winter Standard. „Erreicht der Stahl diese Temperatur, lässt er sich bestens formen“, erklärt der Schmied aus Sarnthein. Wie hoch die Temperatur ist, erkennt Moser an der Farbe des Stahls. „Glüht er gelb oder weiß sind die 1.200 Grad erreicht. Kirschrot bedeutet, dass der Stahl auf rund 800 Grad gesunken ist – das Material muss wieder erhitzt werden“, so Moser. Die Esse, so der Fachbegriff für die Feuerstelle eines Schmieds, wird durch Steinkohle beheizt. „Dabei werden im Ofen Temperaturen erreicht, die noch um einiges heißer sind, als der Stahl selbst“, sagt Moser. <BR /><BR />Bei dieser Hitze kann es einem auch im kalten Winter den Schweiß auf die Stirn treiben, zumal der Beruf des Schmieds auch körperlich anstrengend ist. „Zur Grundausstattung zählen Hammer und Amboss“, erklärt der junge Sarner. Der schwere Hammer wird wiederholt auf das glühende Metall geschlagen, bis das Objekt die gewünschte Form erreicht – ein Kraftakt. Doch Moser macht dies nichts aus, das Talent für das Handwerk wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. „Ich bin Schmied in achter Generation“, erzählt er stolz.<h3> Arbeiten in kurzen Hosen und Poloshirt</h3><div class="img-embed"><embed id="1259601_image" /></div> Wer denkt, kurze Hosen und Poloshirts trägt man hierzulande nur bei sommerlichen Temperaturen irrt sich. Das ist nämlich die Arbeitskleidung von Bademeisterin <Fett>Sara Puoti</Fett> (32) aus Meran (im Bild). „Tatsächlich halten wir uns die meiste Zeit im Warmen auf. Wir können uns nicht beschweren“, sagt sie und lacht. Seit vier Jahren ist die gebürtige Neapolitanerin bei der Therme Meran tätig. Derzeit sind dort die „Indoorpools“ geöffnet. Die Temperaturen im Innenbereich betragen um die 30 Grad Celsius. „Einmal hat es geschneit. Wir haben die Pools mit den Robotern gereinigt und immer wieder nach draußen geschaut. Der ganze Park war verschneit“, blickt Puoti zurück. Ein Winter-Moment, der ihr besonders in Erinnerung geblieben ist. <BR /><BR />Wenn es trotzdem mal raus in die Kälte geht, ist die Bademeisterin mit Jacke, Pullover und langer Hose gut ausgerüstet. „Das Umziehen dauert nur einen Augenblick“, sagt sie. Eine Lieblingsjahreszeit hat Sara Puoti nicht: „Ich arbeite das ganze Jahr.“ Auch die Sommerhitze halte man gut aus, dank Sonnenschirm und Dusche. Und natürlich dank kurzer Hose und Poloshirt, die stetigen Begleiter der Bademeisterin. <h3> Schwitzen in der Nacht</h3><div class="img-embed"><embed id="1259604_image" /></div> Frisches Brot ist heiß begehrt: Damit es jeden Morgen auf dem Frühstückstisch des Endverbrauchers landet, lassen so manche Bäcker schweißgebadete Nächte hinter sich. Kein Wunder, wenn die Temperaturen des Backofens bis zu 250 Grad Celsius erreichen, wie „Mein Beck“-Geschäftsführer <Fett>Manfred Öggl</Fett> (im Bild) erklärt. „Bei dieser Hitze wird die Kruste schön knusprig, innen bleibt das Brot weich und fluffig.“ Doch ist dieses einmal fertig gebacken und der Ofen wird geöffnet, breiten sich Hitze und Dampf in der gesamten Backstube aus. <BR /><BR />„Sei es im Sommer oder im Winter, als Bäcker kommt man stets ins Schwitzen“, schmunzelt Öggl. Belastender sei die Hitze jedoch in seiner Anfangszeit gewesen. „Damals waren Backstuben kleiner, niedriger und schlecht klimatisiert. Raumtemperaturen stiegen rasch auf über 30 Grad Celsius“, so Öggl. Zwischendurch habe man sich eine Verschnaufpause im Freien oder ein kaltes Erfrischungsgetränk gönnen müssen. Doch dafür bietet der schweißtreibende Job auch kräftige Vorteile: „Jeden Morgen kommt man in den Genuss von frisch gebackenem Brot.“ Öggls Lieblingssorte ist der „Hoader“ von „Mein Beck“. <h3> Extreme Hitze von klein an gewöhnt</h3><div class="img-embed"><embed id="1259607_image" /></div> Keine Kälte fürchten muss in diesen Tagen die Küchenbrigade des indischen Gourmetlokales Tandoori Home Food in Bozen, denn der originale Tandoori-Ofen ist für Temperaturen von bis zu 400 Grad Celsius gebaut. Die beiden Küchenchefs <Fett>MD Aslam</Fett> (links im Bild) und <Fett>MD Hanif</Fett> (rechts im Bild) wissen genau, wie man daraus allerlei typische indische Köstlichkeiten zubereitet – allen voran verschiedene Varianten des weichen Fladenbrotes – ohne sich dabei zu verbrennen. In 30 Sekunden sind die Fladen gebacken. <BR /><BR />Der freistehende Ofen ist das gut sichtbare Herzstück des Lokals und nach Angaben des rührigen Lokalbetreibers <Fett>Abedin </Fett>einzigartig in Italien, somit eine echte Attraktion. Die Terrakotta-Hülle wurde außen mit Mosaiksteinen verziert und so den klassischen Tandoori-Öfen nachempfunden. „Betrieben wird unser Prachtstück mit Gas und Kohlen, die für die notwendige Glut sorgen“, erklärt Abedin die Funktionsweise, um ganz nebenbei auf die diversen Spezialitäten hinzuweisen. <BR /><BR />Jetzt, an klirrend kalten Januartagen, haben es die Tandoori-Köche stets anständig warm, im Sommer dagegen muss die Hitze an geöffneten Fenstern entweichen. Tatsächlich zu heiß wird es ihnen dagegen selten, denn von ihrer indischen Heimat sind sie extreme Hitze gewohnt.<h3> Vor dem heißen Kupferkessel stehen</h3><div class="img-embed"><embed id="1259610_image" /></div> In der Schnapsbrennerei kann man sich seine Arbeitszeiten nicht selber aussuchen. „Der Schnaps wird dann gebrannt, wenn die Früchte reif sind“, erklärt <Fett>Christine Schönweger</Fett> (im Bild) von der Hofbrennerei Gaudenz in Partschins. Das bedeutet, dass sie auch im Hochsommer vor dem bis zu 95 Grad Celsius heißen Kupferkessel stehen muss. Diesen beheizt sie mit Holz, und das Feuer erwärmt dann den Kessel. <BR /><BR />„Im Winter, wenn es draußen kalt ist, ist die Arbeit sehr angenehm, im Sommer etwas weniger“, erklärt Schönweger. Die 54-Jährige ist nun schon seit über 19 Jahren als Schnapsbrennerin tätig, und ein Aspekt begeistert sie besonders: „Wenn ich die Maische, also das vergorene Obst, aus der Kupferblase leere, dann durchströmt ein wunderbarer Duft den ganzen Raum“, schwärmt sie. Aber gleichzeitig entweicht dabei auch heißer Dampf, der dazu beiträgt, den ganzen Raum auf angenehme 25 Grad Celsius aufzuheizen. <BR /><BR />Diesem Dampf trotzt sie mit hohen Stiefeln, einem wasserabweisenden Plastikschurz und langen Handschuhen, die fast bis zu den Achseln reichen. Das Schnapsbrennen sei jedes Mal eine neue Herausforderung. „Jedes Endprodukt ist eine kleine Überraschung. Vergärung, Jahrgang und Erntezeitpunkt sind nie gleich. Genau das macht die Arbeit so abwechslungsreich“, so Schönweger. <h3> Im Notfall wird es heiß</h3><div class="img-embed"><embed id="1259613_image" /></div> In seinem Job wird es zwar nur im Notfall heiß, aber dann erreichen die Temperaturen Höchstwerte: <Fett>Rufin Schullian</Fett> aus Kaltern (im Bild) ist Feuerwehrmann bei der Bozner Berufsfeuerwehr. „Bei einem Wohnungs- oder Garagenbrand können sich die Räume auf etwa 600 bis 800 Grad Celsius aufheizen“, erklärt er. <BR /><BR />Von diesen Temperaturen spüren die Wehrleute aber dank ihrer guten Ausrüstung wenig. Sie tragen Einsatzjacke und -hose, Stiefel, einen Helm und darunter eine Flammenschutzhaube, die die empfindlichsten Stellen des Körpers wie Hals, Ohren und Nacken schützt. Um dem Rauch zu trotzen, der bei einem Feuer entsteht, tragen sie zusätzlich eine Atemschutzmaske. <BR /><BR />Die Jahreszeit spiele dabei kaum eine Rolle: „Grundsätzlich macht es für uns keinen großen Unterschied, ob Sommer oder Winter ist“, sagt Schullian. In der kalten Jahreszeit erhole man sich zwar etwas schneller und sei weniger erschöpft, dafür seien die Gegensätze umso extremer. „Im Winter stehen wir nicht nur bei Bränden im Einsatz, sondern auch bei Eisrettungen. Dort kann es auch Minusgrade haben“, erklärt der Feuerwehrmann.