„Wenn an einem System immerzu gesägt wird, dann bricht es irgendwann zusammen“, warnt Martina Ladurner, Präsidentin des Verbandes der Seniorenwohnheime.<BR /><BR /><BR /><BR />In Südtirols Seniorenwohnheimen wird die Personalsituation immer angespannter: Bei 138 Vollzeitäquivalenten (Vollzeitstellen) in der Pflege wird mit einer Suspendierung aufgrund fehlender Corona-Impfung gerechnet, 13 weitere Vollzeitäquivalenten in der Pflege sind bereits suspendiert worden. Und jetzt steht eine neue Zerreißprobe bevor.<BR /><BR />Ab 10. Oktober gilt die Impfpflicht auch für die etwa 1100 Mitarbeiter der Verwaltung und der Hauswirtschaft. Die Anspannung ist groß. „Wenn an einem System immerzu gesägt wird, dann bricht es irgendwann zusammen“, warnt Martina Ladurner, Präsidentin des Verbandes der Seniorenwohnheime.<BR /><BR /><embed id="dtext86-50779112_quote" /><BR /><BR />Ein jahrelang gut aufgebautes Betreuungskonzept, in das sehr viel Arbeit und Herzblut investiert wurde, werde jetzt stark geschwächt, meint Ladurner. In den Seniorenwohnheimen stellt sich damit ab 10. Oktober auch bei Mitarbeitern im Büro, in der Küche, in der Wäscherei sowie bei Hausmeistern und beim Reinigungsdienst die Frage: Welche nicht geimpften Mitarbeiter werden jetzt einlenken? Sonst kommt es wieder zu Suspendierungen – mit dem gleichen Procedere wie bei den Mitarbeitern der Pflege. „Mit einer Pflicht zum Grünen Pass hätte eine Wahl bestanden – so nicht“, kritisiert Ladurner. Und das erzeuge wieder Gegendruck und ein weiteres Spannungsfeld.<BR /><BR />Für die Direktoren der Heime werden damit auch die Planungen immer schwieriger. Derzeit können Südtirols Seniorenwohnheimen 4500 Betten für Heimgäste anbieten. 450 Betten können aber nicht besetzt werden – auch aufgrund der unsicheren personellen Situation und möglicher Suspendierungen. Wenn bei 138 Vollzeitäquivalenten mit einer Suspendierung gerechnet wird – bei Krankenpflegern, Sozialbetreuern, Rehatherapeuten wie Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten sowie bei Pflegehelfern – und 13 Vollzeitäquivalente bereits suspendiert wurden, so sind dies über 5 Prozent des gesamten Personals in der Pflege. Das Problem für die Heime ist auch: Sie wissen nicht, wann dann tatsächlich die Suspendierung erfolgt. <BR /><BR /><b>Gefährliche Situation</b><BR /><BR />Für Ladurner besteht jetzt die Gefahr, dass auf das verbliebene Personal in der eh schon schwierigen Corona-Zeit noch mehr Belastungen zukommen. Die Frage sei, was man den Mitarbeitern im Haus noch weiterhin zumuten könne. „Alle sind am Limit – an der Belastungsgrenze“, berichtet Ladurner. „Deshalb gilt es jetzt, die Mitarbeiter zu schützen, damit sie uns nicht wegbrechen.“ Südtirols Seniorenwohnheime mussten heuer bis Ende August bereits Kündigungen im Ausmaß von 227 Vollzeitstellen verkraften.<BR /><BR />