Mittwoch, 31. März 2021

Trotz Pandemie: Die Südtiroler lassen den Kopf (noch) nicht hängen

Lockdown, Fernunterricht, geschlossene Grenzen: Die Pandemie ist mittlerweile ein Jahr alt und drückt allerorts auf das Gemüt. Dennoch zeigt die aktuelle Studie der ASTAT: Die Stimmung der Südtirolerinnen und Südtiroler war im Jänner 2021 zwar mieser als sonst – aber bei Weitem nicht so schlecht, wie sie hätte sein können.

Sich der schönen Dinge des Lebens erfreuen: Das ist in Zeiten des Lockdowns und der Pandemie umso wichtiger geworden.
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Sich der schönen Dinge des Lebens erfreuen: Das ist in Zeiten des Lockdowns und der Pandemie umso wichtiger geworden. - Foto: © 123rf/sabes
Das Landesinstitut für Statistik ASTAT hatte im Jänner in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb eine Stichprobenerhebung über die Meinungen und Verhaltensweisen der Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie durchgeführt.

Erhoben wurden das persönliche Wohlbefinden und die häusliche Stimmung, bestimmte Verhaltensweisen (körperliche Betätigung, Alkohol und Nahrungsmittelkonsum, Rauchen), das Vertrauen in Institutionen und Medien sowie die Kenntnis von Informations- und Förderinitiativen.

Persönliches Wohlbefinden

Im Jänner fühlten sich 7 von 10 der befragten Südtiroler mindestens die Hälfte der Zeit glücklich und gut gelaunt, ebenso viele fühlten sich ruhig und entspannt.

Etwas niedriger, etwa 60 Prozent, sind die Anteile derjenigen, die sich die meiste Zeit aktiv und energisch fühlten, frisch und ausgeruht
aufwachten und deren Alltagsleben voller interessanter Ereignisse war.


Eine genauere Analyse zeigt für alle 5 Indikatoren ein etwas besseres persönliches Wohlbefinden bei Männern als bei Frauen, auch ist das Wohlbefinden bei älteren Menschen höher als bei jüngeren, vor allem im Hinblick auf das morgendliche Aufwachen und einen interessanten Tagesablauf.

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Weiterhin Unterstützung und Harmonie in Südtirols Haushalten

Die Unterschiede zwischen denjenigen, die allein leben, und denjenigen, die mit anderen Personen zusammenleben, sind gering bzw. nicht signifikant und können in jedem Fall darauf zurückgeführt werden, dass es unter den älteren Personen einen höheren Anteil an Ein-Personen-Haushalten gibt.

91 Prozent der Südtiroler zwischen 18 und 80 Jahren, die nicht allein leben, geben an, dass sich zusammenlebende Personen im Jänner genügend oder sehr viel gegenseitig unterstützt haben. Für 87 Prozent war die Stimmung im Haus entspannt und für 83 Prozent gab es kaum oder gar keine Konflikte. 75 Prozent bezeichneten die häusliche Stimmung als nicht stressig.

Die Daten deuten darauf hin, dass die häusliche Stimmung von älteren Menschen positiver wahrgenommen wurde als von den Jüngeren. Ebenso wurde sie auch von Haushalten ohne zusammenlebende Minderjährige positiver eingeschätzt als von Haushalten mit zusammenlebenden Minderjährigen.

Im Vergleich zu den Daten, die während des Lockdowns im Frühjahr 2020 erhoben wurden, zeigt sich jedoch eine Verschlechterung der häuslichen Stimmung. Die Anteile derjenigen, die die häusliche Stimmung als sehr kooperativ, nicht konfliktreich und nicht stressig beschreiben, sanken um rund 10 Prozentpunkte.

Viel weniger körperliche Betätigung als vor der Pandemie

40 Prozent der volljährigen Südtiroler gaben an, sich im Jänner
2021 weniger körperlich betätigt zu haben als noch vor der Covid-19-Pandemie.

10 Prozent gaben an, mehr ungesunde Lebensmittel gegessen zu haben, 8 Prozent haben mehr Alkohol getrunken und 5 Prozent haben mehr geraucht.

Diese 3 Verhaltensweisen sind laut ASTAT bei den Jüngeren weiter verbreitet als bei den älteren Menschen.

Diejenigen, die mehr ungesunde Lebensmittel gegessen oder mehr Alkohol getrunken haben, haben im Durchschnitt ihre körperliche Aktivität stärker reduziert.

Vertrauen in die Politik stark gesunken

Auf die Frage, wie sie ihr Vertrauen in Institutionen und Medien gegenüber der ersten Phase der Covid19-Pandemie einschätzen, sind die Südtiroler im Durchschnitt der Meinung, dass dieses gesunken ist.

Das schlechteste Ergebnis erzielten die politischen Einrichtungen: 49 Prozent der Befragten geben an, dass sie weniger Vertrauen in sie haben als im Frühjahr 2020, während 4 Prozent mehr Vertrauen haben und 47 Prozent ihre Meinung nicht geändert haben.

Darauf folgt das Vertrauen in die Medien, das bei
57 Prozent unverändert geblieben ist, bei 40 Prozent
der Bevölkerung gesunken und bei 3 Prozent gestiegen.

Die Ordnungshüter und die Gesundheitsversorgung verzeichneten hingegen einen geringeren Rückgang des Vertrauens.

Während der Covid-19-Pandemie boten verschiedene Einrichtungen und Vereine Dienstleistungen an, um der Südtiroler Bevölkerung zu helfen, wie z.B. die Hauszustellung von Lebensmitteln, die Hauszustellung
von Medikamenten sowie die psychologische Unterstützung. Diese Dienste sind 89, 69 bzw. 80 Prozent der volljährigen Bevölkerung bekannt.





Der erste Dienst wurde laut eigenen Angaben von 10 Prozent der volljährigen Bevölkerung (ca. 43.000 Bürger) genutzt, der zweite und dritte Dienst von 2 Prozent (ca. 10.000 Bürger). Die Kenntnis der Dienstleistungen ist bei Frauen und nur in Bezug auf die Hauszustellung von Medikamenten, bei älteren Menschen höher.

stol