Der Wassernotstand wurde Ende April mit Dekret des Landeshauptmanns ausgerufen. Jetzt, wo in den letzten Tagen doch einiges an Niederschlag verzeichnet wurde, könnte er eigentlich aufgehoben werden. „Doch dem ist vorerst nicht so“, sagt Umwelt- und Energielandesrat Giuliano Vettorato.<BR /><BR />Die Regenfälle der letzten Tage waren zwar mehr als willkommen und haben deutlich Druck von der Bewässerung in der Landwirtschaft genommen. „Vieles von diesem Wasser fließt aber schnell ab. Es reichen 10 heiße Tage und wir sind wieder da, wo wir waren“, sagt Landesrat Vettorato. Durch die geringen Schneefälle im Winter gibt es wenig Schmelzwasser und Südtirol habe derzeit kaum Reserven.<BR /><BR />Laut Vettorato sei zwischen dem Oberflächenwasser, das für Bewässerung in der Landwirtschaft und zur Stromgewinnung genutzt werde, sowie dem Grundwasser zu unterscheiden, welches von den Haushalten verwendet werde. Bis ein Regentropfen den Grundwasserspiegel erreicht, muss er eine lange Reise hinter sich bringen. „Im Schnitt 3 Monate“, so Vettorato.<BR /><BR /><embed id="dtext86-54643395_quote" /><BR /><BR /> „Bei uns regnet es, doch das Veneto macht weiter Druck, mehr Wasser über die Etsch abfließen zu lassen, denn dort ist die Bewässerung in der Landwirtschaft momentan nur mit halber Kraft erlaubt“, sagt Flavio Ruffini, Leiter der Umweltagentur. Derzeit führe die Etsch genug Wasser, aber wenige heiße Tage würden reichen, um im Veneto alle Alarmglocken schrillen zu lassen. „Derzeit versuchen wir, Speicherbecken zu füllen, um im Notfall überhaupt Wasser abgeben zu können – heuer fehlen auch uns Reserven“, so Ruffini.<BR /><BR />Fazit: „Der Wassernotstand bleibt vorbeugend aufrecht“, so Vettorato. Wie lange, entscheidet sich laut Ruffini am Donnerstag, 9. Juni, bei einem Treffen der Wassereinzugsbehörde Etsch. Da werde beraten, ob das Dekret in der heutigen Form bleibe oder abgeschwächt werde. „Auf jeden Fall ist die Lage genau im Auge zu behalten“, so Ruffini.<BR /><BR /><BR />