Wie lange wird Omikron noch für ständig steigende Infektionszahlen sorgen? Der Sanitätsbetrieb hat die Entwicklung berechnet. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Omikron lässt die Infektionszahlen in Südtirol weiter in die Höhe schnellen. Lag die 7-Tage-Inzidenz vor einer Woche noch bei 3010, ist die Zahl nun um 555 Infizierte auf 100.000 Einwohner weiter angestiegen. Mit Respektabstand auf Platz 2 hinter Südtirol folgt derzeit das Trentino mit einer 7-Tage-Inzidenz von 2797.<BR /><BR />Aktuell sind in Südtirol 27.708 Menschen aktiv infiziert. Das ist allerdings nur die Zahl jener Infizierten, die offiziell vom Sanitätsbetrieb erfasst sind. „Das ist nur der sichtbare Teil des Eisberges, denn die Dunkelziffer an Infizierten im Land dürfte um 40 bis 50 Prozent höher liegen“, sagt Dr. Patrick Franzoni, Vize-Leiter der Covid-Einheit des Sanitätsbetriebes.<BR /><BR /> Vor allem viele Geimpfte und Geboosterte würden nicht einmal merken, dass sie mit Corona infiziert sind, da sie durch den Impfschutz keinerlei Symptome entwickeln. Andere wiederum würden sich laut Dr. Franzoni per Nasenflügel- oder Antigentest zu Hause testen und dann in freiwilliger Quarantäne bleiben, ohne sich in der Apotheke oder beim Hausarzt nachtesten zu lassen. Dadurch werden diese Infizierten beim Sanitätsbetrieb gar nicht einmal als solche erfasst.<BR /><BR /><b>Geimpft oder genesen</b><BR /><BR />Der Vize-Leiter der Covid-Einheit ist nach wie vor überzeugt, dass bis zum Frühjahr jeder im Land entweder geimpft oder genesen ist. Omikron hat ein unglaubliches Ansteckungspotenzial. „Experten sprechen davon, dass es das höchste ist, das bei einer Lungenkrankheit je festgestellt worden ist“, so Dr. Franzoni. <BR /><BR />Omikron habe allerdings auch eine gute Seite. „Die Infektionszahlen sind zwar immens hoch, doch gleichzeitig hält sich die Zahl der Patienten, die auf der Intensivstation betreut werden müssen, in Grenzen“, so Dr. Franzoni. Und auch die Belegung der Betten auf den Covid-Normalstationen in Südtirols Krankenhäusern sei derzeit noch überschaubar. <BR /><BR /><b>Wann sinken die Zahlen?</b><BR /><BR />Beim Sanitätsbetrieb hofft man nun, die kommenden ein bis 2 Wochen zu überstehen. Experten gehen nämlich davon aus, dass die Infektionszahlen in den kommenden 10 bis 14 Tagen noch weiter ansteigen werden. Erst dann ist mit einem Rückgang zu rechnen. Um einen möglicherweise weiteren Anstieg an Corona-Patienten auffangen zu können, hat der Sanitätsbetrieb – wie berichtet – mit der Bonvicini-Klinik eine Konvention für 30 Betten abgeschlossen. Schon jetzt sind 63 Covid-Patienten in Privatkliniken untergebracht.<BR /><BR />Es gibt aber auch einen Hoffnungsschimmer: Der Innsbrucker Infektiologe und Direktor der Uni-Klinik für Innere Medizin, Dr. Günter Weiss, sieht aufgrund der derzeitigen Omikron-Welle eine Durchseuchung laufen, die „nicht aufhaltbar ist“. Bei einer „gezielten Durchseuchung mit angezogener Handbremse“, das heißt bei Beachtung banaler und effizienter Präventionsmaßnahmen, orte er die reelle Chance auf die ersehnte Rückkehr zur Normalität, so Dr. Weiss. „Der Omikron-Zug ist auf Schiene. Und er wird mit oder ohne Lockdown durchrauschen“, betonte der renommierte Mediziner, der auch dem Beraterstab im österreichischen Gesundheitsministerium angehört. <BR /><BR /><b>„Hohe Immunität“</b><BR /><BR />Die Durchseuchung mit der wesentlich milderen, aber ansteckenderen Omikron-Variante sei ein „dynamischer Prozess, der jetzt läuft“ und wahrscheinlich in rund 2 Wochen ihren Höhepunkt erfahren und dann wieder abflachen wird. Durch die Durchseuchung werde man, verbunden mit der Impfung, eine „hohe Immunität in der Bevölkerung“ haben, glaubt Dr. Weiss. „Und damit werden wir hoffentlich von einer pandemischen in eine epidemiologische Situation übergehen, in der wir in der kalten Jahreszeit wieder mit dem Virus konfrontiert sein werden.“<BR /><BR /> Er sieht ein ähnliches Szenario wie bei anderen Viren, mit denen man auch zu leben gelernt habe. Dann werde es immer wieder darauf ankommen, dass sich möglichst viele ältere Menschen und Risikopatienten impfen lassen. Bei dieser Durchseuchung gelte es aber auch darauf zu achten, dass „nicht zu viele Fälle auf einmal anfallen, damit nicht doch ein Problem mit der medizinischen Versorgung entsteht“. Dafür müsse man einfach nur die Hygienemaßnahmen einhalten, plädiert Dr. Weiss für Hausverstand.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR />