Ursprünglich stammt Magdalena aus Polen. Nachdem sie in Trient ihren Bachelor im Marketing und Tourismus absolviert hat, zog sie nach Südtirol. Magdalena ist viel gereist, betrieb regelmäßig Sport und sammelte laut eigener Aussage zahlreiche Erfahrungen. Doch vor 5 Jahren kam es zum Unglück. Sie befand sich zu Hause, als ihr plötzlich schwindelig wurde und sie einen eigenartigen Zahnschmerz verspürte. „Ich stattete dem Zahnarzt einen Besuch ab, doch dieser stellte fest, dass alles in Ordnung ist“, erinnert sich Magdalena.<BR /><BR />Dass dem nicht so war, wurde allerdings klar, als sie kurz darauf in Ohnmacht fiel. Sofort brachte man Magdalena in die Notaufnahme, in der sie 2 Stunden lang auf die Diagnose warten musste: Ein Blutgerinnsel im Hirn. Danach ging es direkt mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Bozen zur Operation. Magdalena hat alles gut überstanden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66843214_quote" /><BR /><BR />Der nächste Schock ließ allerdings nicht lange auf sich warten, als sich die Ereignisse einen Monat später wiederholten. Die 37-Jährige musste sich erneut einer OP unterziehen. Diesmal kam sie leider nicht unbeschadet davon. Sprechen und Bewegen fielen ihr schwer. „Von diesem Moment an musste ich kämpfen“, so Magdalena. 2 Jahre lang wurde sie von ihren Eltern unterstützt. Inzwischen sind die aber zurück nach Polen und Magdalena muss alles selbst meistern. „Diese Umstellung war sehr schwierig, meine Familie ist alles für mich.“<h3> Auch im Rollstuhl nach wie vor auf der Piste</h3>Aktiv teilgenommen hat die 37-Jährige vor ihrem Unglück auch am Nachtleben. Sei es in der Disco oder in der Bar, Magdalena war häufig noch zur späten Stunde mit Freunden unterwegs. Heute stehen ihr nicht mehr so viele Möglichkeiten offen wie damals. In ihrer Heimatstadt Meran gibt es beispielsweise keine Disco, die sich als barrierefrei erweist. „Das größte Hindernis sind Treppen, in manchen Orten komme ich gar nicht erst in das Lokal hinein“, sagt Magdalena. Und scheitert es nicht an den Treppen, ist die Toilette häufig nicht behindertengerecht. „Aber in Meran gibt es auch zahlreiche positive Beispiele an Lokalen, in die ich mich ohne Probleme begeben kann“, freut sie sich.<BR /><BR />Die 37-Jährige lässt sich nicht aus dem Konzept bringen: „Klappt es nicht, finde ich gute Alternativen.“ Sie besucht viele Konzerte oder das Theater. Konzerte fänden in Meran vor allem in den Sommermonaten reichlich statt, erzählt sie. Laut eigenen Aussagen ist Magdalena heutzutage etwas ruhiger unterwegs als früher – sie macht das Beste aus ihrer Situation. „Ich habe schon sehr viel erlebt und zahlreiche Erfahrungen gesammelt“, sagt sie. „Es bringt nichts zu trauern, was passiert ist, kann ich nicht ändern.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-66843218_quote" /><BR /><BR />Weiteres Problem: die Heimfahrt zur späten Stunde. Linienbusse sind häufig nicht mehr unterwegs oder verfügen über keine Rampe. Ein gewöhnlicher Shuttle oder Taxi kann Magdalena nur mit dem manuellen Rollstuhl und einer Begleitperson in Anspruch nehmen, mit dem elektrischen Rollstuhl besteht diese Möglichkeit nicht. „Bleibe ich in Meran selbst, schaffe ich es allerdings relativ einfach alleine heimzukommen“, sagt Magdalena. Will sie einen Abend in Bozen verbringen, muss sie sich im Vorhinein um ein Shuttle kümmern, der über eine Rampe verfügt. <h3> Südtiroler Bevölkerung verhält sich vorbildlich</h3>„Die Südtiroler Bevölkerung zeigt sehr viel Rücksicht gegenüber Menschen mit Beeinträchtigung und bietet ihre Hilfe an“, stellt Magdalena klar. Deshalb fühlt sie sich auf keinen Fall ausgeschlossen, auch wenn sie das Nachtleben nicht mehr in vollen Zügen genießen kann. Im Gegenteil, sie blickt auf eine schöne Zeit zurück und ist auch heute noch trotz mancher Schwierigkeit glücklich.