Montag, 31. August 2015

Trotz Überangebot ist Strom in Südtirol sehr teuer

Die Südtiroler zahlen den dritthöchsten Strompreis in Europa. Drei von vier Preis-Elementen werden aber vom Staat diktiert.

Obwohl Südtirol mehr als doppelt so viel Strom produziert, als es verbraucht, gibt es hier trotzdem den dritthöchsten Strompreis in ganz Europa.
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Obwohl Südtirol mehr als doppelt so viel Strom produziert, als es verbraucht, gibt es hier trotzdem den dritthöchsten Strompreis in ganz Europa. - Foto: © shutterstock

Bei einem Überangebot wird die Ware üblicherweise billiger. Nicht aber der Strom in Südtirol. Denn obwohl das Land mehr als doppelt so viel Strom produziert wie es verbraucht, zahlen die heimischen Haushalte den dritthöchsten Strompreis in Europa. Schuld daran ist die „Leitung“ zum Staat Italien, heißt es in der Montagausgabe der "Dolomiten".

Etwa 7300 Gigawattstunden an elektrischer Energie speisen die Südtiroler Wasserkraftwerke jährlich ins Netz ein, nicht einmal die Hälfte davon, und zwar 2900 Gigawattstunden, werden im Land verbraucht. Und dafür muss ein Großteil der Südtiroler ziemlich tief in die Tasche greifen.

Wie eine aktuelle Aufstellung von Eurostat zeigt, liegt Italien in Sachen Strompreise europaweit auf dem dritten Platz; teurer ist der möglichst ohne Unterbrechung fließende „Saft“ nur in Dänemark und Deutschland.

Dafür, dass die Stromzähler in Südtirol gleich „ticken“ wie in allen anderen Regionen Italiens, sorgt ausgerechnet der so genannte „geschützte Markt“ – also ein vom Staat eingesetzter Alleineinkäufer („acquirente unico“), der den Strom an der Börse kauft und ihn an Familien und kleinere Betriebe abgibt.

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Wieso dieser "geschützte Markt" in Wahrheit zum Preistreiber wird und wer die vier Elemente des Strompreises steuert, lesen Sie in der Montagausgabe der "Dolomiten". 

stol