Dienstag, 17. März 2020

Truden: Bär sorgt weiter für Angst – Abschuss möglich

Nachdem ein Bär – höchstwahrscheinlich handelt es sich um Problembär M49 – schon in der Nacht auf Montag in San Lugano Bienenstöcke geplündert hatte, trieb er auch auch in der vergangenen Nacht sein Unwesen und sorgt für Angst in der Bevölkerung. Jäger und Forstwache suchen nach dem Großraubtier. Eine Entnahme ist auch ohne erfolgten Angriff auf Menschen möglich.

Der Bär plünderte wieder Bienenstöcke, dieses Mal direkt hinter dem Hotel Piccolo in San Lugano.
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Der Bär plünderte wieder Bienenstöcke, dieses Mal direkt hinter dem Hotel Piccolo in San Lugano. - Foto: © Privat/S
Der Bär gibt keine Ruh. Auch in der Nacht auf Dienstag plünderte das Großraubtier mehrere Bienenstöcke, dieses Mal direkt hinter dem Hotel Piccolo in San Lugano. In der Umgebung zeugen zahlreiche Spuren im Schnee von dem nächtlichen Streifzug des Bären.


Jäger und Forstwache haben sich mit Hunden auf die Suche nach dem Bären gemacht. Schon am Montag wurde das Gebiet rund um San Lugano und Truden abgesucht. Bisher ohne Erfolg. Schon in der Nacht auf Montag schlich der Bär in San Lugano in unmittelbarer Nähe zu zu Wohnhäusern herum und plünderte Bienenstöcke. Die Bewohner sind beunruhigt.

Abschuss legal – auch ohne Angriff auf Menschen

Die Entscheidung über den Abschuss des Problembären M49 ist gemäß geltender gesetzlicher Bestimmungen Landeskompetenz und auch ohne Angriff auf Menschen möglich.

„Entgegen anderslautender Stellungnahmen kann ein Problembär nicht erst entnommen werden, sobald er Menschen angegriffen hat“, sagte, wie berichtet, Senator Meinhard Durnwalder am Dienstag. „Das Landesgesetz Nr. 11 vom 16. Juli 2018 zur 'Vorsorge- und Entnahmemaßnahmen bei Großraubwild' stellt ganz klar fest, dass die Autonome Provinz Südtirol nach Absprache mit der Höheren Anstalt für Umweltschutz und Forschung (ISPRA) den Abschuss eines Problembären anordnen kann“, so der Senator.

Die dafür notwendigen Voraussetzungen sieht Durnwalder dafür absolut gegeben: „Ein Problembär kann entfernt werden, falls es keine andere zufriedenstellende Lösung gibt, der Erhaltungszustand der Tierart nicht gefährdet ist und bereits Tatbestände vorliegen. Es wäre schon ein starkes Stück, wenn erst Menschen zu Schaden kommen müssten, bevor wir einschreiten könnten“, erklärt Durnwalder.

stol/vs