Dies habe Stefan Beikircher, der Präsident der Fachkommission für die Volksbefragung, in seinem Antwortschreiben klar gestellt. „Es geht sehr wohl auch um das Projekt Ried“, kontert jedoch das Promotorenkomitee.Durch das Schreiben Beikirchers sei Klarheit geschaffen worden und als Bürgermeister habe er es als seine Pflicht gesehen, diese wichtige Information an den Gemeinderat weiterzugeben, betont Christian Tschurtschenthaler. Ihm nun vorzuwerfen, dass er bewusst Verwirrung stiften und verunsichern wolle, sei unfair. Mit dem Verlesen von Beikirchers Antwortschreiben habe er nicht Verwirrung gestiftet, sondern Klarheit geschaffen. Wenn man von Verwirrung sprechen wolle, dann müsse dieser Vorwurf eher jene treffen, die seinerzeit die Fragestellung für die Volksbefragung formuliert haben, pariert Tschurtschenthaler. In der Fragestellung der Promotoren sei nämlich vom Projekt Ried nicht die Rede. Dies wohl auch bewusst, nachdem ein erster Antrag, der sich konkret auf das Projekt Ried bezogen hatte, mit dem Verweis abgelehnt worden war, dass Ried ein übergemeindliches Projekt sei und es damit unzulässig sei, eine Volksbefragung darüber nur in einer Gemeinde durchzuführen. „Einleuchtende Erklärung“ Stattgegeben worden sei dem Antrag, der sich generell auf die Erschließung des Nordosthanges des Kronplatzes beziehe. Und anders als von den Promotoren ausgelegt, leuchte es ein, dass es bei der Volksbefragung nicht um Ried gehen könne, zumal dieses nach wie vor ein Projekt sei, das eben drei Gemeinden betreffe. Am 7. November gehe es also nicht um das Projekt Ried, sondern um eventuelle künftige Erschließungen am Nordosthang des Kronplatzes auf Brunecker Gemeindegebiet. Dass die Klärung des Sachverhaltes spät erfolge, räumt Bürgermeister Tschurtschenthaler ein. Nicht nur die Mehrheit der Bevölkerung, sondern wohl auch die Politiker dürften bislang davon ausgegangen ein, dass es am 7. November nicht nur, aber auch um Ried geht. Nach der Genehmigung des Projektes Ried durch die Landesregierung im Juni 2010 hatte Landeshauptmann Durnwalder nämlich erklärt, dass man gleichzeitig mit der Genehmigung von den Liftbetreibern wie von der Gemeinde eine schriftliche Erklärung eingefordert habe, „dass vor Abschluss der dazu anstehenden Volksbefragung keine Baugenehmigung beantragt oder ausgestellt wird“.„Demokratisches Recht“Anschließend an die Pressekonferenz des Bürgermeisters haben das Promotorenkomitee für die Volksbefragung, die Plattform Pro Pustertal und die Aktionsgemeinschaft Reischach zu einer Pressekonferenz geladen. Die Vertreter der einzelnen Gruppen erinnerten noch einmal an die inzwischen vier Jahre zurückreichenden Bemühungen, das Projekt Ried zu Fall bzw. die Volksbefragung zustande zu bringen. Für die Ried-Gegner geht es bei der Volksbefragung sehr wohl auch um das Projekt der Kronplatz AG. Die Fragestellung sei klar. Die am Montag verlesene Erklärung von Rechtsanwalt Beikircher habe keine Klärung, sondern viel Unruhe gebracht, erklärten Walter Huber, Christine Baumgartner und Claudia Renzler.Die Ried-Gegner riefen die Bevölkerung auf, von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen, sich massiv an der Volksbefragung zu beteiligen und ihre Stimme abzugeben.ru/mt