Das internationale Caritas-Netzwerk versorgt derzeit 10.000 Menschen auf Java, die vor der Aschewolke des Merapi geflohen sind. Außerdem kommen in den nächsten Stunden erste Hilfslieferungen zu den vom Tsunami überschwemmten Dörfern auf der Mentawai-Inselkette an. Die Südtiroler Caritas hat 15.000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Damit werden die Überlebenden in den Krisengebieten mit Wasser, Nahrung, Kleidern, Planen und Zelten versorgt. Die Hilfsmaßnahmen in Indonesien gestalten sich schwierig. „Die Mentawai-Inselkette ist während der jetzigen Regenzeit nur mit Schiffen und nicht mit Flugzeugen zu erreichen. Eine Fahrt bis dahin dauert mindestens zwölf Stunden”, erklärt Matteo Amiconi am Telefon. Der Katastrophenhelfer der Caritas Italiana ist bereits seit mehreren Monaten auf der indonesischen Insel Sumatra im Einsatz, um Hilfsprojekte zu koordinieren. Nach dem Tsunami vor fast zwei Tagen sind die Hilfsmaßnahmen sofort angelaufen. “Die Mitarbeiter der hiesigen Caritas haben schon viele Umweltkatastrophen erlebt. Sie wissen genau, was zu tun ist“, so Amiconi. Es hätten sich bereits viele Freiwillige für die Soforthilfe gemeldet. „Der Tsunami hat auf der indonesischen Inselkette sicherlich zehn Dörfer verwüstet. Mindestens 270 Menschen sind gestorben, 500 werden noch vermisst. Tausende Familien haben ihr Zuhause verloren. Sie brauchen dringend Hilfe“, ruft Matteo Amiconi zur Unterstützung auf. In Jakarta, der Hauptstadt der Insel Java, versorgt das internationale Caritas-Netzwerk derzeit außerdem 10.000 Menschen, die vor der Aschewolke und den giftigen Dämpfen des 25 Kilometer entfernten Merapi-Vulkans geflohen sind. KatastrophenhelferInnen und Freiwillige verteilen sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel, Decken und Gasmasken. Auch Notunterkünfte werden eingerichtet. Der Merapi speit seit Dienstag Abend heiße Asche und Gesteinsbrocken. Ein Ende der Vulkaneruptionen ist nicht abzusehen. Die Caritas Diözese Bozen-Brixen arbeitet bereits seit sechs Jahren eng mit der Caritas Sibolga zusammen. Auf der Insel Nias, die im Dezember 2004 durch den Tsunami und im März 2005 durch ein Erdbeben verwüstet worden ist, unterstützt die Caritas die Bevölkerung beim Wiederaufbau und dem sozialen und wirtschaftlichen Neuanfang.