Rund 80 Teilnehmende aus Gemeindepolitik, Verwaltung und Medien sowie engagierte Personen aus der Jugendarbeit und Jugendliche selbst kamen am Freitag im Waltherhaus zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und die Siegerprojekte kennenzulernen.<BR /><BR />Fachinputs lieferten Florian Pallua, Koordinator der Fachstelle Jugend im Forum Prävention, zur Internetkultur junger Menschen und den zunehmend komplexer werdenden Entwicklungsaufgaben Heranwachsender sowie Philipp Rier vom Planungskollektiv Lia zur Entwicklung der Dörfer in Südtirol von 1850 bis heute. <BR /><BR />Rier unterstrich dabei die Wichtigkeit von Räumen für Jugendliche. Früher war das gesamte Dorf ein Raum für junge Menschen, auch wenn sie früh arbeiten mussten, heute sind die verfügbaren Plätze oft auf Spielplätze für Kinder begrenzt. Er betonte zudem die Bedeutung, Bürgerinnen und Bürger und vor allem junge Menschen aktiv in Planungsprozesse einzubinden.<BR /><BR />Landesrat Philipp Achammer gratulierte zur gelungenen ersten Durchführung: „Von der Idee zur Umsetzung mit 15 Gemeinden haben viele Menschen großartige Arbeit für junge Menschen geleistet. In Zeiten wie diesen ist der Wert der Demokratiebildung besonders wichtig. Einerseits hat jeder vierte junge Mensch seine Stimme abgegeben, andererseits muss dieses Ergebnis weitergetragen werden, da intensiv über das Thema junge Menschen gesprochen wurde und es in den Gemeinden deutlich präsenter geworden ist.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1294680_image" /></div> <BR /><BR />Amtsdirektor Konrad Pamer unterstrich die Bedeutung des Vorhabens und den zusätzlichen Aufwand, der durch die Ausweitung von ursprünglich geplanten 3 bis 4 Pilotgemeinden auf insgesamt 15 Gemeinden entstanden ist.<BR /><BR />„Anfangs war geplant, mit 3 bis 4 Pilotgemeinden zu starten. Dass es aufgrund des großen Interesses schließlich 15 wurden, ging mit einem enormen Anstieg des Arbeitspensums einher. Dass so viel gelungen ist, ist auch dem Engagement der Jugendarbeit vor Ort zu verdanken. Es zeigt sich, dass dort, wo mehrere Akteure im Sinne der Jugendlichen zusammenarbeiten, viel bewegt und Großes entstehen kann“, so Pamer.<BR /><BR />In der abschließenden Podiumsdiskussion mit Manuela Weber Geschäftsführerin des Südtiroler Jugendrings, Peter Koler, Direktor des Forum Prävention und Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler herrschte in dieser Hinsicht Einigkeit. Offen bleibt jedoch die Frage, wie die Erreichbarkeit von Jugendlichen weiter gesteigert werden kann. Sie gilt in Zeiten schneller Onlinekommunikation als eine der größten Herausforderungen.<BR /><BR />Die teilnehmenden Vertreter der 15 Pilot-Gemeinden erhalten eine Anschlagtafel zur Auszeichnung als erste Turbo Gemeinde.<BR />Ein Blick auf die eingereichten Ideen zeigt, dass viele Projekte den Themenfeldern soziale Treffpunkte, Nachtkultur und Mobilität zuzuordnen sind. Auffällig ist jedoch, dass unter den Gewinnerprojekten besonders viele Sportprojekte vertreten sind. Mögliche Erklärungsansätze sind der Bedarf an frei zugänglichen Flächen ohne Vereinszugehörigkeit, ein genereller Megatrend hin zu persönlicher Fitness sowie der Wunsch, sich im Freundeskreis auch ohne Smartphone zu treffen und gemeinsam aktiv zu sein.