„Zwischen 15.000 und 20.000 Fotos von Giulia habe ich auf meinem Handy“, schreibt Turetta in seinem Bericht. 80 Seiten seiner Sicht der Dinge, die der 22-Jährige während seines Gefängnis-Aufenthaltes verfasst hat. Seine Memoiren wurden am Freitag während seiner Anhörung eingereicht.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/gestaendnis-im-fall-cecchettin-turetta-gibt-mordvorsatz-zu" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet, </a>hatte der Ingenieurs-Student Filippo Turetta (22) gestanden, seine Ex-Partnerin Giulia Cecchettin (21) Anfang November mit 75 Messerstichen auf einem Parkplatz in der Nähe von Venedig erstochen zu haben. Wenige Tage bevor sie ihren Abschluss in Biomedizintechnik an der Universität Padua machen sollte.<h3> Turetta: „Die Fotos sollten mir die Kraft geben“</h3>Während seiner Anhörung und aufgrund der Memoiren kommen nun neue Details zur grausamen Bluttat und zu Turettas Beziehung zu Giulia ans Licht: „Die ganzen Fotos störten Giulia nicht. Sie war auch nicht besorgt deswegen“, behauptet er in seinen selbst verfassten Schriften, wie die italienische Nachrichtenagentur „Ansa“ berichtet. <BR /><BR />Giulias Fotos habe Filippo Turetta immer wieder angesehen. Auch nach ihrem Mord und während seiner Flucht nach Deutschland: „Nachdem ich Giulias leblosen Körper zurückgelassen hatte, habe ich ihre Bilder betrachtet. Um die Kraft zu finden, mir das Leben zu nehmen“, so Turetta.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1089885_image" /></div> <BR /><BR />Auch an jenem 11. November 2023 – dem Tag, an dem er Giulia für immer aus ihrem jungen Leben riss – hatte Filippo sie fotografiert: „Ich habe damals Fotos von Giulia gemacht; von ihr, aber auch von uns beiden. Ich sehe hierbei nichts Eigenartiges“, erklärt der 22-Jährige. „Giulia war meine erste und einzige Freundin“, betonte er immer wieder, während der Anhörung als auch in seinen Schriften.<h3> „Ich wollte nicht auf Giulias Gesicht einstechen“</h3>In seinem Bericht schildert er auch Giulias letzte Minuten: „Ich war über sie gebeugt“, schreibt der 22-Jährige, „sie lag auf dem Boden und schrie. Immer wieder. In diesem Moment wollte ich ihr Leben nehmen.“ Turetta habe Giulias Schreie nicht mehr ertragen können, schreibt er weiter. Er habe die ganze Situation so schnell wie möglich beenden wollen und Giulia ermordet.<BR /><BR />„Ich fing an, mit dem Messer auf sie einzustechen. Ich wollte ihr nur einen Stich in den Nacken versetzen, um es weniger ,schmerzhaft' und so schnell wie möglich zu Ende zu bringen.“ Giulia habe sich gewehrt, ihre Arme und ihren Körper bewegt. „Also fing ich an, so schnell wie möglich auf sie einzustechen.“ Dabei habe er ihr nicht mehr ins Gesicht schauen können. „Ich glaube, ich habe es vermieden, zu ihr nach unten zu schauen. Irgendwann hörte ich sie nicht mehr schreien. Irgendwann war Giulia leise“, schildert der 22-Jährige das grausame Blutbad am 11. November.