Donnerstag, 04. November 2021

Udine: Impfungen von Kindern nur vorgetäuscht?

Der Rechnungshof der Region Friaul-Julisch Venetien hat die ehemalige Krankenpflegerin aus Treviso Emanuela Petrillo (38) zur Zahlung einer Entschädigung von 550.000 Euro an die Gesundheitsbehörde von Udine verurteilt.

Einer Krankenpflegerin in Udine wird vorgeworfen, zwischen 2009 und 2015 Impfungen an Kindern nur vorgetäuscht zu haben.
Einer Krankenpflegerin in Udine wird vorgeworfen, zwischen 2009 und 2015 Impfungen an Kindern nur vorgetäuscht zu haben. - Foto: © APA/dpa / Daniel Karmann
Die Frau wird beschuldigt, zwischen 2009 und Ende 2015 in einigen Krankenhäusern im Friaul die Impfung von Kindern vorgetäuscht und über 8000 Kinder nicht geimpft zu haben.

Die Gesundheitsbehörde musste somit die Kinder neu impfen lassen, wodurch finanzielle Schäden in der Größenordnung von 660.000 Euro entstanden seien, urteilte der Rechnungshof. Im Urteil heißt es, dass die Frau „wusste, was sie tat“.

Aus welchem Grund, ist noch nicht klar. Gegen die Ex-Krankenpflegerin läuft seit September 2019 vor dem Gericht von Udine ein Prozess.

Ihr werden Veruntreuung, Unterlassung von Amtshandlungen und Urkundenfälschung vorgeworfen. Die Angeklagte hatte stets ihre Unschuld beteuert. Paolo Salandin, Verteidiger der Krankenschwester, kritisierte, dass das Urteil des Rechnungshofs vor jenem der Strafjustiz gefällt worden sei.

„Bevor man meine Mandantin zur Zahlung einer Entschädigung verurteilt, müsste man zumindest das erstinstanzliche Urteil abwarten, das am 8. Februar 2022 in Udine gefällt wird“, so der Anwalt.

apa

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