Dienstag, 23. Februar 2021

Ein Jahr Pandemie: Südtirol zählt über 1000 Corona-Todesopfer

Genau ein Jahr nach dem ersten bestätigten Covid-19-Fall in Südtirol wurde am Dienstag die Schwelle von 1000 Corona-Todesfällen überschritten. Landeshauptmann Arno Kompatscher spricht in diesem Zusammenhang von einem besonders traurigen Tag für Südtirol. Bischof Ivo Muser ruft zu Gebet und weiter zu Verantwortung und Bürgersinn auf.

Über 1000 Menschen sind seit Beginn der Pandemie in Südtirol an oder mit dem Virus gestorben.
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Über 1000 Menschen sind seit Beginn der Pandemie in Südtirol an oder mit dem Virus gestorben. - Foto: © shutterstock
In den vergangenen 24 Stunden gab es 7 Todesfälle, zu denen die Gesundheitsbehörde am Dienstag nach einer Überprüfung der Daten weitere 6 Personen hinzugefügt hat, die zwischen Dezember und Januar gestorben sind.

Die bisherige Gesamtzahl der Coronatoten in Südtirol liegt nun bei 1006.

„Besonders trauriger Tag für Südtirol“

„Mit der Zahl 1000 wurde eine Schwelle überschritten, die wir vor einem Jahr nicht einmal zu befürchten gewagt hätten. Das ist ein besonders trauriger Tag für Südtirol“, sagt dazu Landeshauptmann Arno Kompatscher. Jede und jeder mit Covid-19 Gestorbene sei eine oder einer zu viel.

„Diese Pandemie hat viel Unheil über unsere Familien und auch über unsere Gesellschaft insgesamt gebracht“, sagt Kompatscher. „Im ehrenden Andenken an die 1000 Menschen sollten wir als Gesellschaft gemeinsam die Kraft aufbringen, Covid-19 mit Vehemenz die Stirn zu bieten.“

Turbulente Entwicklung – Enorme Auswirkungen

Am 23. Februar 2020 hatte Landeshauptmann Kompatscher die erste „Dringlichkeitsmaßnahme bei Gefahr in Verzug - zum Schutz der Bevölkerung aufgrund des Gesundheitsrisikos in Zusammenhang mit dem Auftreten von Erkrankungen, die von viralen Erregern herrühren“ unterzeichnet. (STOL hat berichtet) Etliche weitere sollten folgen. Den 1. bestätigten Covid-19-Fall hatte Südtirol dann am Folgetag der 1. Verordnung, am 24. Februar 2020. Betroffen war ein 31-jähriger Mann aus Terlan.

Ein Jahr nach der ersten Verordnung zählt Südtirol – nach einer turbulenten Entwicklung der Pandemie – 1000 Todesfälle in Zusammenhang mit Corona. „Das ist eine mehr als traurige Zahl, und eben nicht nur eine Zahl“, sagt der Landeshauptmann. Kompatscher erinnert in diesem Zusammenhang auch an die vielen Covid-19-Infizierten, die zwar als genesen gelten würden, aber noch immer an den Folgen der Krankheit zu leiden hätten. Groß seien auch die gesellschaftlichen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie.

„Von den Impfungen erwarten wir uns nun eine gewisse Erleichterung, doch leider sind wir noch nicht über dem Berg“, sagt Kompatscher. Der Landeshauptmann dankt all jenen, die sich im Gesundheitsbetrieb, im Sozialwesen, im Bereich des Bevölkerungsschutzes und in den Gemeinden täglich in den Kampf gegen die Pandemie mit ganzer Kraft einbringen.

Ein Jahr Corona, 1000 Tote: Bischof Muser ruft zu Verantwortung und Bürgersinn auf

Auch Bischof Ivo Muser meldet sich am Dienstag zu Wort: „Heute gedenken wir ihrer aller im Gebet. Wir beten für die Verstorbenen und für ihre Familien und Freunde. Wir sind in der nach wie vor schwierigen Situation alle aufgerufen, Verantwortung und Bürgersinn zu zeigen. Es geht nur miteinander und füreinander.“

Die Corona-Krise hält uns nach wie vor fest im Griff und beeinträchtigt unser alltägliches Leben empfindlich: Ein Jahr nach dem ersten Corona-Fall und mit dem tausendsten Todesfall, den die Pandemie heute gefordert hat, wird dies allzu deutlich. Bischof Ivo Muser erinnert daran, dass es in vielen Fällen nicht möglich war, den Sterbenden im Moment des Abschieds nahe zu sein. „Aber Gott hat auch Wege gefunden, dass unsere Lieben ihr irdisches Leben nicht allein und isoliert beenden mussten. Viele Männer und Frauen waren den Kranken in den Krankenhäusern und Altenheimen mit großer Menschlichkeit und Professionalität nahe und haben sie am Sterbebett mit einem Gebet, einem Wort oder einer Geste begleitet“, spendet der Bischof Trost. Der Dank des Bischofs richtet sich auch an all jene, die sich in dieser außergewöhnlichen Notsituation um die Würde der Toten gekümmert haben.

„Miteinander und füreinander“

„Unsere Gesellschaft, die sich im Angesicht der Pandemie als so zerbrechlich erwiesen hat, findet Kraft und Hoffnung in den gegenseitigen Beziehungen: es geht nur miteinander und füreinander. Und so sind auch die tausend Menschen, die in Südtirol an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, nicht nur Namen, sondern alle ein Teil von uns, gerade weil wir miteinander verbunden sind. Wir sollten auch nicht vergessen, dass aus ihr Leben nicht genommen, sondern verwandelt wird und niemals endet“, bringt der Bischof seine Hoffnung und Überzeugung zum Ausdruck.

In dieser nach wie vor schwierigen Zeit mit all ihren Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen ruft der Bischof dazu auf, die Bemühungen zu unterstützen, um die Corona-Ausbreitung einzudämmen, Verantwortung und Bürgersinn zu zeigen und aufmerksam gegenüber jenen Mitmenschen zu sein, die durch die Pandemie in größte Schwierigkeiten geraten sind.

Lockdown bringt erste Erfolge

Ein Jahr Pandemie und noch ist kein Ende in Sicht. Trotzdem gibt es einen kleinen Lichtblick: Südtirol befindet sich seit 2 Wochen wieder im Lockdown und man sehe erste Erfolge, sagt Florian Zerzer, Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, im Videointerview. Allerdings sei wegen der Virusmutationen weiter höchste Vorsicht geboten. Insgesamt wurden (Stand Dienstag) bereits über 250 Fälle unterschiedlicher Mutationen des Coronavirus in Südtirol nachgewiesen.

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stol