Sonntag, 09. Mai 2021

Über 1000 Migranten auf Lampedusa eingetroffen

In Italien ist die Zahl der übers Mittelmeer ankommenden Bootsmigranten stark gestiegen. Alleine auf der kleinen Insel Lampedusa kamen am Wochenende etwa 1200 Menschen in mehreren Booten an, wie die Nachrichtenagentur ANSA am Sonntag berichtete.

Die Flüchtlingsströme sind wieder ein heißes Eisen in Italien.
Die Flüchtlingsströme sind wieder ein heißes Eisen in Italien. - Foto: © ANSA / TWITTER/SOS MEDITERRANEE
Seit Beginn des Jahres kamen nach einer Zählung des Innenministeriums insgesamt mehr als 10.700 Migranten nach Italien.

In den vergangenen Wochen hatten auch private Seenotretter beobachtet, dass sich wieder sehr viele Migranten in Schlauchbooten und kleinen Holzschiffen auf die gefährliche Fahrt Richtung Europa machen, oft von Libyen aus. Vor einem Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt gut 4100.

Rechte Parteien, darunter die mitregierende Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini, warnten vor „Tausenden illegalen Einwanderern“. Salvini forderte am Sonntag ein Krisengespräch mit Ministerpräsident Mario Draghi.

Rettungsschiff festgesetzt

Die Oppositionspartei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) forderte eine Schiffsblockade, um die Migrationsbewegungen zu stoppen. Ein erstes, 20 Meter langes Boot mit 325 Menschen an Bord wurde 8 Seemeilen vor Lampedusa lokalisiert. Es wurde von der Küstenwache bis zur Insel begleitet.

An Bord eines zweiten Bootes, das 5 Seemeilen von Lampedusa gesichtet wurde, befanden sich 90 Migranten verschiedener Staatsangehörigkeiten, darunter ein Neugeborenes. Die Migranten wurden im Hotspot der Insel untergebracht.

Die Küstenwache rettete außerdem ein in Seenot geratenes Fischerboot mit 398 Personen verschiedener Staatsangehörigkeiten an Bord, darunter 24 Frauen und sechs Kinder. Hinzu trafen 2 weitere Boote ein, wie die Behörden mitteilten.

Die Hilfsorganisation Alarm Phone berichtete, dass ein weiteres Boot mit 96 Menschen an Bord in maltesischen Gewässern um Hilfe gebeten habe. An Bord würden sich auch Kinder befinden, berichtete die Organisation.


Unterdessen setzten die sizilianischen Justizbehörden Medienberichten zufolge erneut ein deutsches Rettungsschiff der Hilfsorganisation Sea-Watch fest. Bei einer Kontrolle der „Sea-Watch 4“ seien zu viele Rettungswesten an Bord gefunden worden. Das Abwassersystem des Schiffes sei nicht für eine so hohe Anzahl von Geretteten ausgelegt, teilte die Behörde mit.

dpa

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