„Die Helfer beweisen jedes Jahr nicht nur viel Einsatzbereitschaft, sondern auch viel logistisches Geschick“, bedankt sich der Koordinator der Gebrauchtkleidersammlung, Guido Osthoff.Die abgegebenen Textilien, Schuhe und Taschen sind für den weltweiten Gebrauchtkleidermarkt bestimmt. „Für die Caritas ist die Sammlung und der Verkauf der Ware eine wichtige Einnahmequelle, um die Arbeit für Menschen in unterschiedlichen Notsituationen mitzufinanzieren“, bedanken sich die beiden Caritas-Direktoren Heiner Schweigkofler und Pio Fontana bei allen Kleiderspendern.Im vergangenen Jahr haben die Südtiroler 1.100 Tonnen Gebrauchtkleider abgegeben. Der Erlös von über 350.000 Euro kam der Freiwilligenarbeit, der Hospizbewegung, der Arbeit mit Obdachlosen und dem Solidaritätsfond zugute.Gebrauchtkleider kommen zuerst nach Bremen… Abnehmerin für die Gebrauchtkleider aus Südtirol ist die Firma FWS in Bremen, die bereits seit Jahren mit Hilfsorganisationen in ganz Europa zusammenarbeitet.Als Mitglied im deutschen Dachverband für Textilrecycling garantiert sie die Einhaltung von sozialen und ökologischen Richtlinien bei der Weiterverwertung der gebrauchten Kleider.In ihren Sortierwerken werden Textilien, Taschen und Schuhe für den Weiterverkauf vorbereitet. Was nicht mehr getragen werden kann, wird zu Putzlappen und Dämmwolle verarbeitet. Auf diese Weise können mehr als 95 Prozent der Gebrauchtkleider weiterverwertet werden. Der Rest wird umweltgerecht entsorgt.Durch das Sammeln und Verwerten der ausrangierten Kleider werden in Südtirol pro Jahr etwa 2.500 Tonnen Abfall und damit Entsorgungskosten gespart und zugleich natürliche Ressourcen geschont.Denn zur Herstellung von Textilien werden kostbare Rohstoffe eingesetzt. „Für ein einziges T-Shirt sind beispielsweise bis zu 25.000 Liter Wasser nötig“, erklärt Guido Osthoff.… dann nach Afrika, Asien, aber auch in Teile Europas Ein Großteil der in Südtirol ausgemusterten Textilien, Schuhe und Taschen findet in Afrika oder Asien, zum Teil auch in Europa neue Abnehmer.Aktuellen Schätzungen zufolge tragen etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung gebrauchte Kleider. „Second-hand-Kleidung ist für arme Bevölkerungsschichten oft die einzige Möglichkeit, auch qualitativ hochwertige Textilien günstig zu kaufen, obwohl ihr Einkommen dramatisch niedrig ist“, erklärt Osthoff.Außerdem verhilft der Handel mit Gebrauchtkleidern Hunderttausenden von Menschen weltweit zu einer Arbeit und einem sicheren Einkommen.Sollte jemand in den nächsten Tagen noch gelbe - mit Kleidern oder Schuhen gefüllte - Säcke auf der Straße liegen sehen, so ist er oder sie gebeten, diese in die Gebrauchtkleidercontainer der Caritas einzuwerfen oder sich bei der Caritas in Bozen unter der Tel. 0471 304 325 und der Mail-Adresse gebrauchtkleidersammlung@caritas.bz.itzu melden.