Donnerstag, 19. März 2020

Über 2.000 Corona-Infizierte in Österreich – 464 Fälle im Bundesland Tirol

In Österreich ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Personen am Donnerstag auf über 2.000 gestiegen. Mit Stand 14.30 Uhr waren dem Gesundheitsministerium 2.013 Fälle bekannt. Die offizielle Zahl der Toten stieg indes auf sieben Personen an. Zuletzt starb in Wien eine 94 Jahre alte Frau durch das neuartige Virus.

Die österreichische Bundesregierung hat zahlreiche Massnahmen zur Eindämmung  des Coronavirus erlassen, unter anderem wurden 279 Gemeinden Tirols bis 4. April unter Quarantäne gestellt. Im Bild ein geschlossener Spielplätz am Donnerstag, 19. März 2020, in Innsbruck.
Die österreichische Bundesregierung hat zahlreiche Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus erlassen, unter anderem wurden 279 Gemeinden Tirols bis 4. April unter Quarantäne gestellt. Im Bild ein geschlossener Spielplätz am Donnerstag, 19. März 2020, in Innsbruck. - Foto: © APA / EXPA/ERICH SPIESS
Die Frau litt laut medizinischem Krisenstab der Stadt Wien an Vorerkrankungen und hatte einen allgemein schlechten Gesundheitszustand. Die 94-Jährige war eine Bewohnerin der Betreuungseinrichtung Haus Hohe Warte, wo mehrere Fälle von Covid-19 aufgetreten waren. Sie befand sich seit mehreren Tagen im Kaiser-Franz-Josef-Spital in Behandlung.

Zuvor war am Donnerstag bekannt geworden, dass jene 48-jährige Wienerin, bei der zuletzt noch unklar war, ob sie an einer Covid-19-Infektion verstorben ist, nun ein bestätigter Fall ist. Insgesamt gibt es somit in der Bundeshauptstadt bisher vier Todesfälle.

Die Zahl der infizierten Personen ist seit Mittwochnachmittag um 367 gestiegen. Die aktuellen Fälle nach Bundesländern: Burgenland (29), Kärnten (50), Niederösterreich (305), Oberösterreich (371), Salzburg (127), Steiermark (282), Tirol (464), Vorarlberg (151) und Wien (234).

In allen Teilen Österreichs sind weiterhin umfassende Maßnahmen in Kraft, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Flughafen Innsbruck ist zu

In Tirol waren weiter alle 279 Gemeinden unter Quarantäne. Aufgrund der aktuellen Situation entschloss sich die Geschäftsführung des Flughafens Innsbruck in Absprache mit den Eigentümern dazu, vorläufig den Betrieb einzustellen.

Die am Mittwoch angeordnete Unter-Quarantäne-Stellung aller Tiroler Gemeinden bleibt bis zum 5. April bestehen - und zwar unabhängig von Entscheidungen auf Bundesebene. Für den Fall, dass der Bund die Verordnung zu Ausgangsbeschränkungen nicht über diese Woche hinaus verlängern sollte, bleibe die Tiroler Verordnung trotzdem bestehen, hieß es aus dem Büro von LH Günther Platter (ÖVP) gegenüber der APA.

Die Spielplätze und Parks in Österreich dürfen trotz der Coronakrise vorerst geöffnet bleiben. Einzelne Gemeinden können freilich strengere Regeln erlassen, betonte man auf Nachfrage im Gesundheitsressort.

Das Wetter kommt den Vorgaben der Regierung im Kampf gegen das Coronavirus ab dem Wochenende entgegen: Am Freitag wird es nochmals frühlingshaft, am Samstag folgt ein Umschwung mit Regen, in der Folge sind Schneeschauer bis in tiefe Lagen zu erwarten, prognostizierte die ZAMG am Donnerstag. Also: Am besten zu Hause bleiben!

Nach der Einführung von Kontrollen an den Grenzen zu Italien, Schweiz, Liechtenstein und Deutschland wegen des Coronavirus werden ab Freitag auch die ungarische und slowenische kontrolliert. Das besagt eine Verordnung des Gesundheitsministeriums.

Weltweit sind mittlerweile mehr als 9.000 Menschen am Coronavirus gestorben. Mit 4.134 Opfern ist Europa nun die Region mit den meisten tödlichen Erkrankungen, gefolgt von Asien mit 3.416. Entsprechend appellierten die Verantwortlichen an die Bevölkerung, die Ausgangsverbote ernst zu nehmen und drohten mit einer Verschärfung der Maßnahmen.

apa