Dienstag, 17. August 2021

Über 2300 Blitze: Gewitterreichster Tag liegt hinter Südtirol

Mit großen Regenmengen in kürzester Zeit, starken Windböen und über 2300 Blitzen war der Montag der gewitterreichste Tag in Südtirol. Die Unwetter haben zu über 200 Einsätzen der Feuerwehren im ganzen Land geführt. Die Kaltfront ist jetzt abgezogen und es dürfte deutlich ruhiger werden.

Im ganzen Land kam es zu Unwettereinsätzen. Im Bild: Die FFW Bozen bei Einsätzen nach Windschäden.
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Im ganzen Land kam es zu Unwettereinsätzen. Im Bild: Die FFW Bozen bei Einsätzen nach Windschäden. - Foto: © FFW Bozen EO/Facebook
Nach den Unwettern am Montag, zieht Landesmeteorologe Dieter Peterlin eine Bilanz der Kaltfront: „Am meisten geregnet hat es an der Wetterstation Ladurns oberhalb von Pflersch mit 83 Litern pro Quadratmeter, in Pflersch selbst waren es 65 Liter pro Quadratmeter, das meiste davon in nur 3 Stunden. Wirklich sehr große Regenmengen in dieser kurzen Zeit.“ In Pflersch war eine Zivilschutzmeldung ausgerufen worden.

Mit 72 Litern pro Quadratmeter wurden auch in Pens im Sarntal enorme Regenmengen gemessen. Die stärksten Windböen hingegen gab es in Salurn mit 107 Kilometern pro Stunde. Im gesamten Land konnten über 2300 Blitze gezählt werden, wodurch der Montag zum bisher gewitterreichsten Tag des Jahres wird.



Doch die nächsten Tage verlaufen deutlich ruhiger, weiß der Landesmeteorologe: „Die Kaltfront ist nun abgezogen.“

Über 200 Unwettereinsätze der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols

Die Feuerwehren des ganzen Landes wurden von den Unwettern auf Trab gehalten. Besonders heftig wurden Teile des Wipptals und das Ahrntal von den starken Gewittern getroffen. Innerhalb kurzer Zeit war es zu über 200 Einsätzen für die Freiwilligen Feuerwehren Südtirols gekommen. Dabei kamen glücklicherweise keine Personen zu Schaden. In Bozen wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Bozen und von der Berufsfeuerwehr in rund 10 Einsätzen vor allem Windschäden beseitigt. Zu 8 Einsätzen war auch die Feuerwehr Pfalzen ausgerückt. Über 10 Einsätze hat auch die Freiwillige Feuerwehr von Ratschings abgearbeitet.

Zu den Haupteinsätzen der Feuerwehren gehörten zahlreiche Wassereintritte in Wohnungen, Kellern, Garagen und Betrieben; über die Ufer getretene Bäche; überflutete Straßen; umgestürzte Bäum und gefährliche Äste sowie Erdrutsche und Murenabgänge. Zudem wurden mehrere Kontrollfahrten durchgeführt und Bachläufe kontrolliert.

Die Aufräumarbeiten in den am stärksten betroffenen Gebieten werden am Dienstag fortgeführt. So zum Beispiel in Pflersch, wo es Dienstagfrüh erneut zu einem Murenabgang gekommen war.



Ahrntal: Über 60 unwetterbedingte Einsätze

Innerhalb von wenigen Stunden haben allein die Feuerwehren von Steinhaus und St. Johann über 60 unwetterbedingte Einsätze abgearbeitet. Dabei wurden sie von den Freiwilligen Feuerwehren von Weißenbach, Sand in Taufers, Mühlen, Kematen, Uttenheim, St. Lorenzen, Stegen und Bruneck unterstützt. Am Montagabend wurde auch im Ahrntal der Zivilschutzstatus ausgerufen. Die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen in den Häusern zu bleiben und Bäche zu vermeiden ( STOL hat berichtet).

Zahlreiche Schäden in Pflersch

In Pflersch ist am Montag der Pflerscherbach über die Ufer getreten und hat zahlreiche Schäden verursacht. Vorsorglich wurden mehrere Häuser evakuiert. Die Arbeiten laufen in Pflersch auch am Dienstag noch auf Hochtouren, um weitere Einsatzorte abzuarbeiten. Zahlreiche Feuerwehrleute stehen im Einsatz. Gegen 6 Uhr startete auch eine Gruppe der Berufsfeuerwehr nach Pflersch, um die Freiwilligen Feuerwehren bei den Aufräumungsarbeiten zu unterstützen.

Die Aufnahmen zeigen einen gewaltigen Murenabgang in Pflersch:

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