Donnerstag, 26. Dezember 2019

Über 30.000 bedrohte Tier- und Pflanzenarten

2019 war kein gutes Jahr für Wildtiere. Das geht aus der am Stephanstag veröffentlichten Jahresbilanz des World Wide Fund for Nature (WWF) Österreich hervor.

Bis 2050 könnte die Arktis im Sommer laut WWF komplett eisfrei sein.
Bis 2050 könnte die Arktis im Sommer laut WWF komplett eisfrei sein. - Foto: © dpa-tmn / Verena Wolff

Klimakrise, Lebensraumzerstörung und Wilderei haben demnach dafür gesorgt, dass die Internationale Rote Liste auf über 30.000 bedrohte Tier- und Pflanzenarten angewachsen ist. Das sei ein trauriger Negativrekord.

Menschliche Eingriffe machen laut WWF vor allem den Eisbären, Koalas und Jaguaren das Überleben schwer. Aber es gebe auch gute Nachrichten: In Myanmar werden kaum noch Elefanten gewildert. Die Saiga-Antilopen erholen sich von einer Seuche. Und womöglich kann der Bestand des Sehuencas-Wasserfroschs durch den Fund eines Weibchens gerettet werden.

Die globalen Bestände an Fischen, Vögeln, Säugetieren, Amphibien und Reptilien sind der Naturschutzorganisation zufolge in den vergangenen 50 Jahren um durchschnittlich 60 Prozent eingebrochen.


Die Verlierer im Jahr 2019 laut WWF:

Eisbär

Bis 2050 könnte die Arktis im Sommer laut WWF komplett eisfrei sein. Doch Eisbären leben und jagen auf Packeis. Da ihr Lebensraum rapide schmelze, würden sie sich schon jetzt vermehrt auf dem Festland aufhalten. Angelockt von Nahrungsabfällen nähern sie sich dort menschlichen Siedlungen, was Konflikte verursache und oft mit einem Abschuss ende. Die Zahl der Eisbären sei auf Talfahrt, wie aktuelle Erhebungen der Weltnaturschutzunion IUCN belegen würden. Ein Drittel der globalen Population könnte bis 2050 verschwinden, fürchtet der WWF.

Koala

Den verheerenden Buschbränden in Australien fielen hunderte Koalas zum Opfer. Große Flächen an Eukalyptuswäldern, zugleich Lebensraum und Nahrungsgrundlage der Koalas, sind niedergebrannt. Doch auch ohne Großfeuer werde es für die Tiere immer enger. Australien rode jedes Jahr schätzungsweise 500.000 Hektar Wald. In den vergangenen 25 Jahren ist die Koala-Population um rund ein Drittel eingebrochen.

Jaguar

Eines von vielen Opfern der Regenwald-Brände im Amazonas ist laut der Naturschutzorganisation der Jaguar. Die Flammen zerstören insbesondere seine Reviere in Brasilien und Bolivien. Mindestens 500 Raubkatzen starben im Feuer oder wurden aus ihrem Lebensraum vertrieben. Dadurch nehmen Konflikte zu. Die Tiere fliehen in andere Gebiete, auch in die Nähe von menschlichen Siedlungen, wo sie häufig erschossen werden.

Kaiserpinguin

Schreitet die Erderhitzung laut WWF in diesem Tempo voran, könnte die Population der Kaiserpinguine bis 2100 um 86 Prozent abnehmen, wie Untersuchungen des Ozeanografischen Forschungsinstituts WHOI prognostizieren. Das für die Pinguine überlebenswichtige Packeis schmilzt. Den Tieren fehle zunehmend Lebensraum zur Jagd und als Schutz vor Feinden. Bereits jetzt beobachten Forscher einen massiven Rückgang der Population und weniger überlebende Jungtiere.

Aber auch das Sumatra-Nashorn und die Jangtse-Riesenweichschildkröte gehören zu den Verlierern.

Die Gewinner des Jahres 2019:

Zu den Gewinnern zählen hingegen die Elefanten in Myanmar, die Saiga-Antilope, der Sehuencas-Wasserfrosch und das Hirschferkel.

apa/stol