Mittwoch, 29. Mai 2019

Über 500 Abtreibungen im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr haben die freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche im Vergleich zu 2017 um über ein Prozent zugenommen. Am häufigsten brechen Ausländerinnen und junge, ledige Frauen die Schwangerschaft ab. Fehlgeburten dagegen haben wieder abgenommen.

Am häufigsten brechen Ausländerinnen und junge, ledige Frauen die Schwangerschaft ab.
Badge Local
Am häufigsten brechen Ausländerinnen und junge, ledige Frauen die Schwangerschaft ab. - Foto: © shutterstock

Im Jahr 2018 werden in den Gesundheitseinrichtungen Südtirols 524 freiwillige Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Das entspricht einer Zunahme von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mehr als 9 von 10 der betroffenen Frauen sind im Land ansässig. Obwohl es bei den ausländischen Frauen in allen Altersgruppen immer noch ein höheres Abtreibungsrisiko gibt als bei Inländerinnen, hat sich die erhebliche Zunahme der letzten Zeit stabilisiert. Im Jahr 2018 entfallen 42,4 Prozent aller freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche auf ausländische Frauen, 2001 waren es 17 Prozent.

Ausländerinnen treiben 5 Mal häufiger ab

Die Abbruchziffer der Ausländerinnen ist fast 5 Mal so hoch wie jene der Inländerinnen: Über 14 gegenüber 3 Abbrüchen je 1000 Frauen im gebärfähigen Alter. Die Frauen, die in Südtirol eine gesetzlich erlaubte Abtreibung vornehmen lassen, sind größtenteils ledig, nämlich 61,5 Prozent. 32,6 Prozent sind verheiratet und fast 6 Prozent getrennt, geschieden oder verwitwet.

Der Anteil der Schwangerschaftsabbrüche bei Ausländerinnen, die schon einmal abgetrieben haben, liegt bei 36 Prozent gegenüber 19,5 Prozent der Inländerinnen.

Frauen zwischen 25 und 34 treiben am häufigsten ab

Eine Auswertung der Daten nach Altersklassen ergibt, dass Frauen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren am häufigsten einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, nämlich fast 43 Prozent.

11,6 Prozent der betroffenen Frauen sind mindestens 40 Jahre alt. Der Anteil der unter 20- Jährigen macht über 8 Prozent aus. Im sind Frauen bei einem Schwangerschaftsabbruch 30 Jahre alt.

Abbrüche nach pathologischen Befunden

29,4 Prozent der freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche werden innerhalb der achten Schwangerschaftswoche vorgenommen, 47,5  Prozent zwischen der neunten und zehnten Woche.

Fast 8 Prozent der Fälle betreffen Abbrüche nach der zwölften Schwangerschaftswoche infolge eines pathologischen Befundes bei den Vorsorgeuntersuchungen von Mutter beziehungsweise Kind.

Meran verzeichnet am meisten Fehlgeburten

Im Jahr 2018 werden in Südtirol 614 Fehlgeburten, für welche eine Einlieferung in eine öffentliche oder private Krankenanstalt erforderlich machten, verzeichnet. Das sind gute 4 Prozent weniger als im Vorjahr, als die Zahl noch bei 640 lag. In Zahlen sind das 5,4 Fehlgeburten je 1000 Frauen im gebärfähigen Alter (15 bis 49 Jahre).

Der Gesundheitsbezirk Meran verzeichnet landesweit mit über 7 Fehlgeburten die höchste Anzahl an Fehlgeburten. 27,4 Prozent der betroffenen Frauen sind Ausländerinnen.

Das zunehmende Alter der Frauen zum Zeitpunkt der Empfängnis stellt den höchsten Risikofaktor für eine Fehlgeburt dar: So ist die Quote bei den Frauen ab einem Alter von 40 Jahren fast als doppelt so hoch wie in der Altersklasse der 35- bis 39-Jährigen (303,1 gegenüber 155,4 Fehlgeburten je 1000 Lebendgeborene).

Risikoschwangerschaften bei zunehmendem Alter

Bei den jüngsten Frauen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren beträgt die Fehlgeburtenrate 95,3 Promille, bei den 25- bis 29-Jährigen fast 80 Promille und bei den 30-bis 34-Jährigen fast 87 Promille. Im Jahr 2018 beträgt das Durchschnittsalter der Frauen bei einer Fehlgeburt 33,6 Jahre: Fast 34 Jahre sind es bei den Inländerinnen und 32,6 bei den Ausländerinnen.

stol

stol